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Hostie

von dem lat. hostia, eig. Opferthier od. Schlachtopfer; das bei dem Abendmahl gebrauchte Brod, in der katholischen Kirche auch das Hochwürdige (M. St. I, 4) genannt. Da nach Annahme der römisch-katholischen Kirche das von dem Meßpriester dargebrachte Brot sich in den Leib Christi verwandelt, so wird dasselbe als ein unblutiges Opfer angesehen. In den älteren Zeiten nahm man gewöhnliches Brot, seit dem 12. Jahrhundert wurde es Sitte, sich kleiner runder, aus Weizenmehl gebackener Scheiben zu bedienen, die mit dem Bilde des gekreuzigten Heilandes versehen sind und Oblaten oder Hostien genannt werden. Da sie nach der katholischen Transsubstantiationslehre (vgl. M. St. V, 7) als ein heiliger Gegenstand betrachtet werden, so dienen sie zugleich als Unterpfand eidlicher Gelöbnisse; daher sagt Chatillon (J. v. O. III, 2) zu König Karl in Beziehung auf den Herzog von Burgund:

– – – – – „Und der Erzbischof
Soll eine Hostie theilen zwischen dir und ihm
Zum Pfand und Siegel endlicher Versöhnung.“

Eben so sagt Mortimer (M. St. III, 6) zu Maria:

„Und müßt’ ich auch die Königin durchbohren,
Ich hab’ es auf die Hostie geschworen.“

desgl. Domingo (D. C. II, 10) zu Herzog Alba:

– – – – – – „Ich wollte, was ich sage,
Auf eine Hostie beschwören.“

und Marquis Posa (D. C. IV, 21) zur Königin:

– – – – – – „Sagen Sie
Dem Prinzen, daß er denken soll des Eides,
Den wir in jenen schwärmerischen Tagen
Auf die getheilte Hostie geschworen.“

 
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