Friedrich
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Hésperus

(Myth.), der Sohn des Asträus und der Eos (s. d.), der Bruder des Atlas und der Vater des Hesperis, zugleich die Personification des Abendsternes (s. Hesperiden). Die alten Dichter singen von ihm, er gehe vom Oeta auf, und lassen seiner bei dem feierlichen Zurufe an Braut und Bräutigam gedenken; daher wird er als der verschwiegene Zeuge der Liebenden angesehen, wie (Ged. D. Erwartung):

„Der Liebe Wonne flieht des Lauschers Ohr,
Sie flieht des Strahles unbescheidnen Zeugen;
Nur Hesper, der Verschwiegene, allein
Darf, still hinblickend, ihr Vertrauter sein.“

Nachdem Hesperus verschwunden, verehrte man ihn göttlich und benannte nach ihm den Planeten Venus, den Abendstern, der sich bekanntlich durch seinen schönen, milden Glanz auszeichnet. Dieser Glanz wird Sch. öfter zum Symbol, wie (Ged. Eine Leichenphantasie), wo es von dem abgeschiedenen Jünglinge heißt:

– – – – – – – „das Leben
Floh ihm vorüber in Hesperus Glanz.“

oder (Ged. Semele 1), wo Semele von Zeus sagt:

– – – – – – „Er kam,
Ein schöner Jüngling, paradiesisch reiner
Als Hesperus, wenn er balsamisch haucht.“

Da der Abendstern zugleich auch Morgenstern ist, je nachdem er am westlichen oder östlichen Himmel erscheint, so tritt er natürlich auch zu Eos, seiner Mutter, in nahe Beziehung, ein Verhältniß, das Sch. gleichfalls zum Symbol für unser Leben wird, von dem es (Sp. u. d. L.) heißt: „Der Abend ist dämmerig wie der Morgen, in der nämlichen Nacht umarmen sich Aurora und Hesperus.“

 
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