Friedrich
Schiller

www.wissen-im-Netz.info

Lexikon - H

Homepage
   Literatur
      Friedrich Schiller
         Lexikon
            H

Helle

die Tochter des Athamas, Königs von Böotien, und Schwester des Phrixus. Athamas, welcher Ino (vergl. Leukothea), des Kadmus Tochter, liebte, hatte seine rechtmäßige Gemahlin Néphele verstoßen. Als Stiefmutter des Phrixus und der Helle sann Ino auf Ränke, um die beiden Kinder aus dem Wege zu räumen. Sie ließ nämlich Mißwachs entstehen und bestach das von Athamas befragte Orakel, welches die Kinder der Néphele als Götterverächter bezeichnete und verlangte, daß dieselben geopfert würden. Dieses Opfer sollte Athamas als Priester selber vollziehen; aber Néphele stieg vom Olymp herab und bracht den Kindern Rettung, indem sie ihnen einen Widder mit goldenem Felle zuführte, auf welchem die beiden unglücklichen Schlachtopfer flohen; daher (Ged. Hero und Leander): „Helle mit dem Bruder fliehend“. Auf dieser Flucht hatte Helle das Unglück, in das Meer zu stürzen, welches nach ihr den Namen Hellespontos (Ged. Das Siegesfest) od. Hellespont (Ged. Hero u. Leander), d. i. die Dardanellen, erhielt. Phrixus kam glücklich nach Kolchis, opferte den Widder und hing dessen Vließ (Fell) im Haine des Ares auf, wo es der durch seine Grausamkeit berüchtigte König Aëtes durch einen feuerschnaubenden Drachen bewachen ließ. Dieser Schatz wurde um 1250 v. Chr. von Jason, dem Anführer des berühmten Argonautenzuges, unter vielen Schwierigkeiten wieder zurückgeholt, eine Thatsache, auf welche König Sigismund (Dem. I) mit den Worten anspielt:

„Manches ist noch übrig,
Eh’ ihr das goldne Widderfell erobert.“

d. h. ehe ihr das ersehnte Ziel erreichet.

 
Google
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.