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Hektor

der Sohn des Priamus und der Hekuba, der Führer der trojanischen Schaaren, war mit Andrómache (vergl. Ged. Hektor’s Abschied), der Tochter des Königs Eëtion von Theben, vermählt. Als Achilles seinen Freund Patroklus im Kampfe verloren, beschloß er, an den Trojanern furchtbare Rache zu nehmen und mordete schonungslos, was ihm nur irgend begegnete; daher sagt Andromache (ebendas.) bei dem Abschiede von ihrem Gatten:

„Will sich Hektor ewig von mir wenden,
Wo Achill mit den unnahbarn Händen
Dem Patroklus schrecklich Opfer bringt?“

Nachdem Achilles die Trojaner, die unter Hektor’s Anführung einen Ausfall gemacht, zurückgeschlagen und Alles bereits hinter den Mauern wieder Schutz gefunden, war Hektor noch allein zurückgeblieben, wo Achilles ihm begegnete. Es entspann sich ein Kampf, in welchem Hektor fiel, der der Schutz und Schirm von Troja gewesen war und an dessen Leben das Geschick der Stadt hing. Die Liebe zu seinem Vaterlande begleitete ihn selbst bis in den Tartarus; denn als der letzte Kampf begann, der Troja’s Untergang herbeiführte, da erzählt Aeneas (Ged. 2. B. d. Aen. 46):

„Da sah ich Hektor’s Schattenbild
Im Traumgesichte mir erscheinen,
In tiefe Trauer eingehüllt,
Ergossen in ein lautes Weinen.“

Und als die rachedürstenden griechischen Schaaren endlich der Königsburg sich nahen, da ruft Hekuba (Ged. 2. B. d. Aen. 91) ihrem Gemahl zu:

„Und wäre selbst mein Hektor noch zugegen,
Jetzt helfen Schwert und Lanzen uns nicht mehr.“

 
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