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Hékate

(Myth.), eine der dunkeln, mystischen Gestalten der antiken Götterlehre (s. Götter). Homer nennt sie nicht. Sie war theils eine Göttin des Glücks und des Gedeihens, theils eine Mond- und Nachtgöttin. Bei Späteren ist sie eine unterirdische Göttin und eine unheimliche, dunkeln Mächten gebietende Zauberin. Sie wird daher auch bei Zaubereien und Beschwörungen angerufen. Weil sie eine Mondgöttin war, wird sie auch mit Artemis zusammengeworfen, die ihrerseits auch Hekate genannt wird, so erklärt sich, daß Sch. (Phön. im griech. Texte des Eurip. v., 109) die Antigone ausrufen läßt: „Ha Tochter der Latona! Ehrwürdge Hekate!“ – Hekate stand dem Zeus in dem Gigantenkriege bei, sie ward daher nicht, wie die anderen Titanen, in den Tartarus gestürzt, sondern als ein Liebling des Zeus mit großer Macht im Himmel, auf der Erde, über das Meer und selbst über die Unterwelt begabt. Vergl. Mcb. IV, 2; Bd. 6, 265. Da ihr Thun und Wirken nächtlich ist, so kann sie einfach als Göttin der Nacht bezeichnet werden und ist bei Sch. meist nichts Anderes als die Personification der Nacht. So sagt Juno (Ged. Semele 1) zu Semele:

„O Schande! Schande! die den keuschen Tag
Zurück in Hekate’s Umarmung schleudert.“

eben so heißt es (Ged. 4. B. d. Aen. 35):

„Winkt Hekate der lauten Welt zur Ruh.“

ferner (Mcb. II, 3):

„Die Zauberei beginnt
Den furchtbarn Dienst der bleichen Hekate.“

und (Mcb. III, 5):

– – – – – „Eh’ noch die Fledermaus
Den ungesell’gen Flug beginnt, eh’ auf
Der bleichen Hekate der Käfer,
Im hohlen Baum erzeugt, die müde Nacht
Mit seinem schläfrigen Gesums einläutet,
Soll eine That von furchtbarer Natur
Vollzogen sein.“

In Beziehung auf ihre Macht über das Meer heißt es (Ged. Hero und Leander) von den lustigen Delphinenschaaren:

„Sie, die Einzigen, bezeugten
Den verstohlnen Liebesbund;
Aber ihnen schloß auf ewig
Hekate den stummen Mund.“

Mit Rücksicht auf ihre Macht über die Unterwelt heißt es (Ged. 4. B. d. Aen. 127) von dem Ende der Dido:

„Denn da kein Schicksal, kein Verderben,
Verzweiflung nur sie abrief vor der Zeit,
So hatte Hekate den unterird’schen Bächen
Das abgeschnittne Haar noch nicht geweiht.“

Nach Virgil ist es Iris, welche das Haar abschneidet, zum Zeichen, daß die Sterbende der Unterwelt geweiht sei. Auch die hinterbliebenen Trauernden pflegten sich das Haar abzuschneiden; daher sagt Iphigenie zu ihrer Mutter (Iph. V, 6):

„Versprich mir,
Dein Haar nicht abzuschneiden, auch kein schwarzes
Gewand um dich zu schlagen.“

 
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