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Der Handschuh (Gedicht)

Zum Gedicht Der Handschuh.

Eine poetische Erzählung aus dem Jahre 1797. Die Quelle für dieselbe ist nach Viehoff’s Angabe eine Anekdote, welche S. Foix in seinem „Essay sur Paris“ aus der Zeit Königs Franz I. mittheilt, der ein großer Liebhaber von Thierkämpfen war. Der Inhalt der Anekdote ist mit dem Verlauf der Handlung, wie das Gedicht ihn darbietet, vollständig übereinstimmend. Uebrigens ist das Factum selbst wohl weniger als ein historisches, sondern eher als eine wandernde Sage zu betrachten, da man auch bei mehreren spanischen Schriftstellern Anspielungen auf einen gewissen Don Manuel Ponce de Leon antrifft, dem etwas Aehnliches begegnet sein soll. Sch. selbst nennt das Gedicht „ein Nachstück zum Taucher“, während Goethe es als ein „Gegenstück“ bezeichnet, und in der That ist ein aufmerksamer Vergleich der beiden Fürsten, so wie beider Helden und beider Geliebten von besonderem Interesse. Da dem Gedichte eine regelmäßige Strophenabtheilung fehlt, und mehr noch, da es sich hier nicht die Veranschaulichung einer Idee handelt, so hat Sch. es nicht als Ballade, sondern einfach als Erzählung bezeichnet, der aber gerade durch diese größere Freiheit, die sich besonders auch auf das Versmaß erstreckt, eine außerordentlich effectvolle Darstellung zu Theil geworden ist. – Die in der Anmerkung beigefügte Lesart des Musenalmanachs, eine Aenderung des Schlusses, wie ihn die Anekdote giebt, „le jette au nez de la Dame“ hatte der Dichter aus Höflichkeitsrücksichten gewählt; später jedoch veranlaßte ihn seine richtige psychologische Reflexion, durch die jetzige Lesart die Uebereinstimmung mit dem Original wieder herzustellen.

 
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