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Das heilige GrabAls die Juden unter Josua das gelobte Land eroberten, war Jerusalem im Besitz der Jebusiter; erst David vertrieb sie gänzlich aus der Stadt und legte seine Burg auf dem Berge Sion an. Seitdem blieb Jerusalem (d. h. Wohnung des Friedens) der Mittelpunkt des jüdischen Reiches. Nachdem es unter den Königen zu wiederholten Malen erobert, geplündert und wieder aufgebaut worden, ward es 40 Jahr nach Christi Tode von dem Kaiser Titus gänzlich zerstört und dem Erdboden gleich gemacht. Unter Hadrian wurde (118) an derselben Stelle eine neue Stadt Aelia Capitolina gegründet, in der aber keine Juden wohnen durften. Als indeß Constantin der Große (306-337) sich dem Christenthum geneigt zeigte, ließen er und seine Mutter Helena die heidnischen Tempel zerstören und mehrere, noch jetzt vorhandene christliche Kirchen, unter anderen auch die zum heiligen Grabe, bauen; zugleich erhielt die Stadt ihren früheren Namen wieder. Im siebenten Jahrhundert fiel Jerusalem in die Hände der Muhamedaner, gegen welche später die Kreuzzüge unternommen wurden; daher heißt es (Ged. Ritter Toggenburg) von den Mannen des Ritters:
Im Jahre 1099 eroberten die Kreuzfahrer Jerusalem und behielten es bis 1188, worauf es wieder in die Hände der Muhamedaner fiel, die es noch gegenwärtig besitzen. Das jetzige Jerusalem ist mit Thürmen und festen Mauern umgeben, die ein Werk des Sultans Soliman (1534) sind. Ziemlich in der Mitte der Stadt liegt die einst so berühmte Kirche zum heiligen Grabe mit einer kleinen Kapelle, in welcher ein Sarkophag aus Marmor die (allerdings sehr zweifelhafte) Stätte bezeichnet, wo der Leichnam Jesu gelegen haben soll. Der Eingang zu der Kapelle wird von Türken bewacht, die von den besuchenden Pilgern einen bedeutenden Zoll erheben. Seit der Zeit der Kreuzzüge hat die katholische Kirche denen, die das heilige Grab besuchen, stets volle Absolution zugesagt; daher (Br. v. M. 5, 498):
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