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Gotthardt

(W. T.). Der St. Gotthard ist ein Gebirgsstock, welcher den Hauptkern der Schweizer Alpen bildet. Er besteht aus einer großartigen Gruppe von schneebedeckten Hörnern und Spitzen, welche nach Westen die Walliser- und Berner-Alpen, nach Osten die Lepontischen und die Glarner-Alpen aussendet und bildet zugleich das Quellgebiet für den Rhone (nach W.), den Tessin (nach S.), den Rhein (nach O.) und die Reuß (nach N.). Die letztere mündet in den Vierwaldtstätter See, auf welchem Tell dem Fahrzeug des Geßler entsprang; daher heißt es (W. T. IV, 1):

– – – – – – „Da verhängt es Gott,
Daß solch ein grausam mördrisch Ungewitter
Jählings herfürbrach aus des Gotthardts Schlünden.“

Das Thal der Reuß hinauf führt der Weg, welchen Tell dem Johannes Parricida beschreibt (vergl. die „Brücke, welche stäubet“) und wo es (W. T. V, 2) heißt:

„So immer steigend kommt ihr auf die Höhen
Des Gotthardts, wo die ew’gen Seen sind.“

Ueber die Mittelkette der Gruppe des St. Gotthardt führt der Paß 6650 Fuß über der Meeresfläche nach Italien; daher sagt Rudenz (W. T. II, 1) zu seinem Oheim in Bezug auf den Kaiser:

„Die Kaufmannsstraßen, und das Saumroß selbst,
Das auf den Gotthardt ziehet, muß ihm zollen.“

denn Albrecht gab seinem Hause die Vogtei im Urserenthal mit einem Zoll, der etwa 900 Fl. eintrug.

 
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