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Gottesfriede

in der kirchlichen Sprache des Mittelalters Treuga Dei (von dem deutschen Treue) nannte man eine von der Kirche angeordnete Beschränkung der Fehden, wodurch den leidenschaftlichen Ausbrüchen roher Gewalt ein Damm entgegengesetzt werden sollte. Dieser Anordnung begegnet man zuerst in Aquitanien, dem südwestlichen Frankreich, seit dem Jahre 1033, wo ein Bischof den Befehl dazu vom Himmel erhalten haben wollte; später wurde sie auch auf andere Länder ausgedehnt. Die Tage, an welchen die Waffen ruhen mußten, waren zunächst die heiligen Tage jeder Woche, vom Donnerstag Abend bis Sonntag Abend, ferner die Advents-, sowie die Fastenzeit, und endlich die volle Woche nach jedem der drei hohen Feste. In Beziehung auf diese Anordnung sagt (Br. v. M. 5, 391) der Chor:

„Aber mich schreckt die Eumenide,
Die Beschirmerin dieses Orts,
Und der waltende Gottesfriede.“

 
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