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An Goethe, als er den Mahomet von Voltaire auf die Bühne brachte (Gedicht)

Zum Gedicht An Goethe, als er den Mahomet von Voltaire auf die Bühne brachte.

Dieser in dem Versmaß der achtzeiligen Stanze gedichtete Prolog war von Sch. dazu bestimmt, im Jahre 1800 auf dem Weimar’schen Theater gesprochen zu werden, wo Goethe’s Bearbeitung von Voltaire’s Mahomet zum ersten Mal über die Bühne ging. Dieser Prolog sollte das Publicum, welches dem steifen Prunk der französischen Dramen damals bereits abhold war, mit dem Plane der beiden Dichter vertraut machen, welchem zufolge sie den Sinn für edlere Erzeugnisse der dramatischen Poesie wieder wecken wollten. (Vgl. Phädra u. Macbeth.) Str. 1. Mit dem falschen Regelzwange sind die von den Franzosen nach dem mißverstandenen Aristoteles (s. d.) aufgestellten und von Lessing in seiner Dramaturgie bekämpften Kunstgesetze gemeint. Die Vergleichung Goethe’s mit dem jugendlichen Hercules (s. d.) erinnert an des Ersteren frühe dramatische Versuche, besonders an Götz von Berlichingen. – Str. 2. V. 8 vergl. „Griechheit“. – Str. 3, V. 4. Ludwig XIV. (s. d.), unter dem die Kunst zwar blühte, jedoch durchweg das Gepräge des Absichtlichen, des Gemachten an sich trug. – Str. 5, V. 1. Die Fesseln des französischen Klassicismus sind gesprengt. – Str. 6, vergl. „Shakespeare’s Schatten.“ – Str. 10. Die Aufführung des Mahomet sollte nach beider Dichter Ansicht den Sinn für Edles und Gediegenes wieder anregen, wozu das Stück allerdings für sie selbst, schwerlich aber für das Publicum geeignet war, weshalb sich denn auch gewichtige Stimmen gegen den gemachten Versuch erhoben.

 
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