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Der Gang nach dem Eisenhammer (Gedicht)

Zum Gedicht Der Gang nach dem Eisenhammer.

Dieser Ballade, welche im September 1797 gedichtet wurde, liegt (nach Viehoff’s Untersuchungen) eine wandernde Sage zu Grunde, die sich an mehreren Orten in verschiedenen Gestaltungen wieder findet. In Frankreich war sie schon früh in Versen bearbeitet vorhanden, und zufolge einer vermuthlich hiernach verfaßten prosaischen Erzählung von le Grand spielt die Geschichte in Aegypten an dem Hofe des Königs zwischen einem Mundschenken, dem Sohne des Königs und dem Hofmeister der beiden letzteren. In ähnlicher Form tritt die Sage in einer italienischen Novelle auf, nur spielt sie dort an dem Hofe eines türkischen Sultans. Die meiste Aehnlichkeit mit Sch.’s Darstellung hat eine neugriechische Legende; indessen ist es mehr als wahrscheinlich, daß er den Stoff aus einer französischen Quelle geschöpft hat, besonders da er den Schauplatz der Begebenheit nach dem Elsaß verlegt, wo sich ein Ort Namens Savern (Zabern), nordwestlich von Straßburg, befindet. – Abweichend von den meisten übrigen Balladen versetzt uns der Dichter hier nicht gleich in den Mittelpunkt der Begebenheit hinein; auch ist die Darstellung hier weniger gedrängt, sondern bewegt sich mehr in der behaglichen Breite prosaischer Erzählungen. Der Grund dafür ist wohl darin zu suchen, daß der Held hier nicht ein kämpfender, sondern ein leidender ist, für den ein kräftig concentrirtes Bild sich weniger geeignet haben würde. Der Grundgedanke, das Walten der göttlichen Vorsehung über die in Gefahr schwebende Unschuld; wie auch die Frömmigkeit und Pflichttreue Fridolin’s, zwei dem deutschen Volkssinne innig verwandte Vorstellungen, haben dieser Ballade einen weiten Kreis von Freunden erworben, sie zu einer echt volksthümlichen Dichtung gemacht. – Str. 1: Fridolin ist eine schweizerische Dimunitivform für Fried oder Gottfried. – Str. 4, V. 5: „rasch zur That“ ist als abgekürzter Nebensatz zu „Grafen“ zu betrachten. – Str. 9, V. 8 richtiger: „an ihren Stuhl gefesselt“, wie auch in älteren Ausgaben steht. – Str. 11 u. 12 ist auf die höchst malerische Wirkung der Alliteration und Assonanz zu achten. – Str. 22: Mit dem „Gott, den gegenwärtigen“ ist die Monstranz mit der Hostie (s. d.) gemeint.

 
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