Friedrich
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Friedrich V.

Kurfürst von der Pfalz und König von Böhmen (Wst. Bd. 4). Als der kinderlose Kaiser Matthias 1619 gestorben war, handelte es sich für seinen bereits bestimmten Nachfolger Ferdinand II. um die Kaiserwahl. Er reiste deshalb nach Frankfurt, wohin er die Kurfürsten beschieden hatte. Mehrere der protestantischen Fürsten, welche der Union angehörten, suchten die Wahl unter der Hand zu hintertreiben; da aber Niemand es wagte, Oestreich offen entgegen zu treten, so schmiegte sich zuletzt Alles nach Ferdinand’s Willen. Nur die böhmischen gesandten hatten erklärt, daß sie geradezu protestiren wollten; sie wurden deshalb gar nicht vorgelassen und kehrten schnell zurück, noch ehe die Wahl vollzogen wurde. Die Böhmen erklärten nun Ferdinand, als einen Erbfeind der Gewissensfreiheit, der Krone ihres Landes für verlustig und wählten den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, den Schwiegersohn Jakob’s I. von England. Daß bei der durch Stimmenmehrheit erfolgten Wahl angesehene Familien einen mächtigen Einfluß geübt haben mußten, liegt nahe; mit Beziehung hierauf sagt daher die Gräfin Terzky (Wst. T. I, 7):

„Ich gab den Böhmen einen König schon.“

worauf ihr Wallenstein erwiedert:

„Er war darnach.“

Und allerdings fehlte es Friedrich V. bei seiner Sorglosigkeit und seinem Hange zum Wohlleben zunächst an der nöthigen Klugheit, um die verschiedenen Häupter der Böhmen um sich zu vereinigen und sie für sich zu gewinnen, andererseits aber auch an Feldherrengaben und an aller Kenntniß seines Gegners. Er wurde zwar mit aller Pracht am 25. October 1619 zu Prag gekrönt; daher die Worte des Kellermeisters (Picc. IV, 5), der von dem großen Kelche sagt:

„Der auf des Friedrich’s seien Königskrönung
Vom Meister Wilhelm ist verfertigt worden,
Das schöne Prachtstück aus der Prager Beute.“

indessen schrieb ihm Ferdinand sogleich, er solle der böhmischen Krone entsagen. Hierzu war er natürlich nicht geneigt, sondern suchte sich in seiner Stellung zu behaupten; indessen waren die Gemüther der Böhmen ihm abwendig geworden, und da es seinen Truppen, die keinen Sold bekamen, an aller Mannszucht fehlte, so hatten seine Gegner leichtes Spiel. Kurfürst Maximilian von Baiern, das Haupt der Ligue, griff ihn mit Entschlossenheit an und schlug ihn am 8. November 1620 in der berühmten Schlacht am weißen Berge bei Prag, die in einer Stunde gewonnen ward. Nun war es natürlich mit den Rechten und Freiheiten der Protestanten in Böhmen vorbei, denn Ferdinand’s Ketzerhaß kannte keine Schonung, daher (Picc. IV, 5):

„Doch seit der Grätzer (s. d.) über uns regiert,
Hat das ein End’, und nach der Prager Schlacht,
Wo Pfalzgraf Friedrich Kron’ und Reich verloren,
Ist unser Glaub’ um Kanzel und Altar.“

Friedrich floh zunächst nach Breslau und ging dann über Berlin nach Holland, wo er auf Kosten seines Schwiegervaters lebte. Ungeachtet der Kaiser ihn in die Acht erklärt hatte, kam er 1631 als ein Bittender zu Gustav Adolph nach Frankfurt; doch konnte ihm dieser keine Hoffnung auf Wiedereinsetzung in seine Staaten machen. Auf dieses traurige Loos beziehen sich die Worte der Gräfin Terzky (Wst. T. III, 11):

„Wenn wir
Von Land zu Lande wie der Pfalzgraf müßten wandern,
Ein schmählich Denkmal der gefall’nen Größe –.“

Friedrich V. starb 1632 zu Mainz, elf Tage nach des großen Schwedenkönigs Tode.

 
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