Friedrich
Schiller

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Freigeist

nennt man denjenigen, der die Lehren der geoffenbarten Religion verwirft und bloß die der natürlichen anerkennt. So heißt es (Gsts. 10, 202) von dem Prinzen: „Er hatte sich in dieses Labyrinth begeben als ein glaubensreicher Schwärmer, und er verließ es als Zweifler, und zuletzt als ein ausgemachter Freigeist.“ Ein solcher betrachtet den Glauben der Völker als Aberglauben und erkennt nur seine Vernunft als obersten Richter über seine Glaubensansichten an; daher sagt Marquis Posa (D. C. III, 10) von Gott:

„Bescheiden
Verhüllt er sich in ewige Gesetze!
Die sieht der Freigeist, doch nicht ihn. Wozu
Ein Gott? sagt er: Die Welt ist sich genug!
Und keines Christen Andacht hat ihn mehr
Als dieses Freigeist’s Lästerung gepriesen.“

 
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