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Fortuna

(Myth.), bei den Griechen Tyche, d. h. Glück, also die Göttin des Zufalls und als solche auch die Schwester der Parzen. Im Gegensatz zu dem Schicksale, welches die Dinge nach einer festen Bestimmung beherrscht, erscheint Fortuna als ein launenhaftes Wesen, das giebt oder nimmt, Schmerz oder Freude bereitet, wie es ihr gerade in den Sinn kommt; daher nennt sich Kalaf (Tur. IV, 10): einen „Ball der Schicksalsmächte“ und (Br. v. M. 5, 411) heißt es:

„Geflügelt ist das Glück und schwer zu binden.“

Uebrigens war sie eigentlich nur eine personificirte Vorstellung oder eine allegorische Gottheit, an die sich deshalb auch keine weitere Mythe knüpft. Auf ihre Unbeständigkeit beziehen sich die Stellen (Ged. Elegie a. d. Tod eines Jünglings):

„Ueber dir mag auch Fortuna gaukeln.“

und (Ged. Das Glück und die Weisheit):

„Entzweit mit einem Favoriten,
Flog einst Fortun’ der Weisheit zu.“

In letzterer Stelle steht in einigen Ausgaben für Fortun’ „das Glück“, jedenfalls aus Rücksichten des Wohlklanges. Wie die Dichter das Glück personificiren, so hat auch die bildende Kunst die Fortuna häufig dargestellt, und zwar als eine jugendliche weibliche Gestalt mit Attributen, welche sich theils auf ihre Flüchtigkeit, theils auf die Fülle ihrer Gaben, theils auf ihre lenkende Gewalt beziehen. Häufig erscheint sie mit dem Füllhorn der Amalthea (vergl. d.) oder auch mit dem Glücksrade; daher (Ged. Das Siegesfest):

„Weil das Glück aus seiner Tonnen
Die Geschicke blind verstreut.“

und bild. (Wst. T. IV, 7):

„Bedenkt, wie schnell des Glückes Rad sich dreht.“

Oft auch findet man sie mit einer Erdkugel dargestellt, auf welche sei ein Ruder stützt; daher (Wst. L. 7):

„Auf der Fortuna ihrem Schiff
Ist er zu segeln im Begriff.“

und (Wst. T. II, 3), wo es von den Heerschaaren heißt: Sie sind

„In deines Glückes Schiff mit dir gestiegen.“

Häufig (F. I, 12 – Wst. L. 11 – Wst. T. V, 2) steht Fortuna für Glück.

 
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