www.wissen-im-Netz.infoLexikon - F |
||
|
Homepage Literatur Friedrich Schiller Lexikon F |
Die Flüsse (Gedicht)Zum Gedicht Die Flüsse. Eine Reihe von Xenien aus dem Jahre 1796, die (nach Viehoff) später unter diesem Titel vereinigt wurden. Rhein. Die Schweizer, die häufig als Leibwachen an fremden Höfen, besonders an dem französischen, dienten, waren wegen ihrer Treue berühmt. Rhein und Mosel. Die Rheingegenden bis zur Moselmündung haben manchen Dichter erzeugt; unterhalb derselben ist sein Gebiet für die Poesie unfruchtbar geblieben. Donau in ** (Baiern und Oesterreich). Die Bewohner beider Länder werden mit den aus Homer’s Odyssee (Ges. 6, 7) bekannten Phaeaken verglichen, die sich unter ihrem Könige Alkinoos einem üppigen und behaglichen Leben überließen. Main; auf die Patricierfamilien in Frankfurt zu beziehen, denen auch Goethe verwandt war. Saale; eine Huldigung, die den thüringischen Herzögen dargebracht wird. Ilm, ein Nebenfluß der Saale, in welchem Weimar liegt, wo damals Deutschlands größte Dichter vereinigt waren. Pleiße, ein Nebenflüßchen der zur Saale gehenden Weißen Elster, an dem bekanntlich Leipzig liegt, dessen Poeten und Prosaiker vor Sch. wenig Gnade fanden. Elbe; ein Hieb auf Adelung, der nur den Meißner Dialect als den einzig echt deutschen gelten lassen wollte. Spree, erinnert an Ramler in Berlin, der in seinen Oden auf Friedrich den Großen ein deutscher Horaz zu sein strebte, ohne jedoch sein Muster zu erreichen. Gesundbrunnen zu ** Carlsbad in Böhmen, wohin Sch. einer Cur wegen gereist war. Pegnitz, ein Quellfluß der in den Main fließenden Regnitz. Sie fließt bei Nürnberg vorbei, das seit Hans Sachs (1494-1576) keinen Dichter wieder hervorgebracht. Die ** (geistli)chen Flüsse, d. h. in geistlicher Herren Ländern, wo ihnen (einem Bibelspruche gemäß) keine großen Lasten aufgebürdet werden, indem die fetten Pfründen die Gebieter doch ernähren. Salzach, ein Nebenfluß des Inn, der bei Salzburg, der damaligen Hauptstadt des gleichnamigen Erzbisthums vorüberfließt, das bei den Alten Juvavia hieß. Das Salz, an dem es Baiern gebricht, ist das attische Salz, d. h. der Witz. Der anonyme Fluß ist die Fulda, der Hauptfluß des ehemaligen Bisthums Fulda. Les fleuves indiscrets, d. h. die zudringlichen Flüsse, eine Anspielung auf einen unsauberen Roman Diderot’s: „Les bijoux indiscrets.“ S. über denselben das Buch des Königsberger Philosophen K. Rosenkranz über Diderot. |
|
|
|
||
|
© 1999-2007 Copyright by
Jürgen Kühnle Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de. |
||