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Die berühmte Frau (Gedicht)Zum Gedicht Die berühmte Frau. Dies Gedicht stammt aus dem Jahre 1788, einer Zeit, wo Sch. mit Heirathsgedanken umging, und wo ihm nach Viehoff’s Untersuchungen durch seien Freunde einzelne Partien angeboten wurden, von denen er aber nichts wissen wollte. Von einer „Mamsell S.“ aus Weimar sagte er, ihre Gefühle ständen unter dem eisernen Scepter der Vernunft. Er selbst verkehrte damals viel in dem Hause der Familie v. Lengefeld zu Rudolstadt, wo er seine nachmalige Gattin Charlotte und deren Schwester Caroline kennen lernte. Vermuthlich ist dies Gedicht entstanden, indem er die Erwählte seines Herzens mit einer von den Vorgeschlagenen, einer Dichterin, verglich. In launiger Weise kleidet der Dichter seine Ideen in die Form einer Klage eines Ehemannes, der das Unglück hat, eine berühmte Frau zu besitzen. – Str. 2: „wird sie in allen Buden feil geboten“, d. h. in ihren schriftstellerischen Arbeiten. – Schmutz’ger Aristarch (s. d.), ein gemeiner Recensent. – Str. 3: Ninon als Bezeichnung für eine berühmte Frau, als deren Repräsentantin dem Dichter Ninon de Lenclos, eine durch Galanterie und Witz berühmte, vornehme Courtisane zur Zeit Ludwig’s XIII. von Frankreich, gilt. – Abschn. 4: „blau und gelbe Röcke“, Postboten, Briefträger“. – Abschn. 6: „der Z** Wundermann“ ist wahrscheinlich der Züricher Wundermann, nämlich Lavater, dem Goethe und Schiller manchen Hieb versetzt haben. – Abschn. 10: „Ein starker Geist“, bei den Franzosen „un esprit fort“, bezeichnet oft den Charakter emancipirter Frauenzimmer. – „Cytherea’s goldenes Buch.“ Vergl. die Anm. Der Dichter scheint anzunehmen, daß Cytherea ein Verzeichniß edler weiblicher Charaktere besitze, gleich dem goldenen Buche (F. II, 5) der italienischen Republiken. |
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