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Euripidesaus Salamis, geb. 480, gest. 405 v. Chr., war ein Zuhörer der Philosophen Pródikus und Anaxágoras, vor allem aber auch vertraute Freundschaft mit Sokrates verbunden, der seine Dichtungen sehr schätzte. Später lebte er an dem Hofe des macedonischen Königs Archelaus. Wenngleich er als Tragiker keinesweges so hoch zu schätzen ist, wie Aeschylus und Sophokles, so hat doch gerade seine Behandlung der Tragödie einen eigenthümlichen Reiz, der auch Sch. jedenfalls besonders zusagte. (Vergl. den Aufsatz über naïve und sentimentalische Dichtung; Bd. 12, S. 182.) Euripides wich zunächst insofern von seinen Vorgängern ab, als er den Chor als Nebensache behandelte, ihn wenigstens nicht eng mit der dramatischen Handlung verband. Sein höchster Zweck war, zu gefallen, besonders Mitleid zu erregen und zu rühren, weshalb er denn häufig die Einheit der Handlung opfert und dafür einen Prolog einführt, um die Zuhörer mit dem, was bei dem Gegenstande seiner Darstellung vorausgesetzt werden muß, bekannt zu machen. Die Sprache in seinen Tragödien ist of philosophisch und verräth eine tiefe Kenntniß des menschlichen, besonders des weiblichen Herzens. Er war der Erste, welcher seinen Zuhörern die Welt des Gemüthes erschloß und durch das Spiel der Leidenschaften zu fesseln verstand, so daß man ihn als den tragischsten unter den Tragikern zu bezeichnen pflegt. Seine Sprache ist reich an rhetorischen Schönheiten und moralischen Sentenzen, woraus der Einfluß seiner früheren Studien unverkennbar hervorleuchtet. Hierin, wie auch in seinen lang ausgesponnenen Erzählungen ist eine innere Verwandtschaft mit dem Schiller’schen Dichtergenius nicht zu verkennen. Seine Trauerspiele wurden mit denen des Sophokles zu gleicher Zeit aufgeführt und hatten sich eines ungemeinen Beifalls zu erfreuen. Man schreibt ihm etwa 75 Tragödien zu, von welchen sich jedoch nur 18 erhalten haben, unter denen übrigens einige zweifelhaft sind. Sch. hat von ihm Iphigenie in Aulis und Scenen aus den Phönicierinnen übersetzt. |
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