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Epistel(Ged. D. berühmte Frau). Das Wort ist ursprünglich griechisch, die Sache, d. h. die mit diesem Worte bezeichnete Dichtungsgattung knüpft wohl an die uns überlieferten „Briefe in poetischer Form oder Episteln“ des römischen Dichters Horaz zur Zeit des Augustus an. Der Dichter behandelt in einem Gedichte, welches er gewissermaßen brieflich an eine fingirte oder wirkliche Person richtet, in leichter, geistreich feiner Form und im Ausdruck der höheren Gesellschaft Gegenstände der Literatur oder des Lebens. Besonders die Franzosen liebten und pflegten diese und alle anderen leichteren Dichtungsgattungen, welche man „Gesellschaftspoesie“ nennen könnte, und die mehr Geist (esprit) als Gemüth verlangen. So haben wir von Boileau (+1711) zwölf épîtres. Aehnliche Spiele des Witzes waren auch die besonders von Ovid fein behandelten „Heroïden“, d. h. fingirte Briefe zwischen Lebenden und Todten oder lange Getrennten, wie z. B. zwischen Ulysses und Penelope, die ebenfalls in der deutschen Literatur Nachahmung gefunden haben. |
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