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Dido (Gedicht)

Zum Gedicht Dido.

(4. B. d. Aen.), auch Elisa (4. B. d. Aeu. 31) oder Elissa, war die Tochter des Belus und Schwester des Pygmalion, welcher nach dem Tode seines Vaters über Tyrus herrschte. Nach Virgil’s Annahme war Dido eine Zeitgenossin des Aeneas. Ihre Schicksale gaben ihm den Stoff zu dem vierten Buch der Aeneide, das natürlich rein erdichtet ist, da zwischen beiden Personen ein Zeitraum von mehr als 200 Jahren liegt. Dido war von ihrem Vater an Sichäus, einen der reichsten Phönicier, verheirathet worden, der zugleich Priester des Herkules war. Sie liebte ihren Gatten zärtlich (4. B. d. Aen. 3); um so mehr erschreckte und kränkte sie der gewaltsame Tod desselben. Ihr Bruder Pygmalion, welcher nach seinen Schätzen lüstern war, hatte ihn am Altare ermordet, worauf ihr der Geist des Verstorbenen erschien, ihr das begangene Verbrechen entdeckte, ihr mittheilte, wo die von Pygmalion begehrten Schätze verborgen seien und ihr gebot, zu fliehen. Mit achtzig Jungfrauen, die sie in Cypern geraubt, ging sie zu Schiffe nach Afrika, wo sie in der Nähe von Utica, einer tyrischen Pflanzstadt, landete. Sie wurde von den Bewohnern auf’s freundlichste empfangen, und da sie die außerordentlich günstige Lage des Platzes sogleich erkannte, so bat sie dieselben um ein Stück Land, welches so groß wäre, daß man es mit einer Ochsenhaut umspannen könne. Als man ihr diese Bitte gewährte, ließ sie eine solche Haut in viele Tausend Riemchen zerschneiden, heftete dieselben aneinander und umspannte damit eine Strecke Land, auf welcher sie zuerst die Festung Byrsa und später (880 v. Chr.) Karthago erbaute. Ein benachbarter Fürst, Jarbas (s. d.), bot ihr seine Hand an, die sie jedoch ausschlug; da sie aber seinen dringenden Anträgen nicht ausweichen konnte, so endete sie ihr Leben freiwillig auf dem Scheiterhafen. Virgil nimmt in seiner Aeneide die Untreue des Aeneas als Ursache ihres Todes an; daher (R. V, 2): „So lehre mich Dido sterben.“ – Das Schicksal der Dido ist mehrfach als Sujet für die Oper benutzt worden; besonders sind von Hasse Didone, Partitur in London gestochen, 1740 und Didone abbandonata, in Dresden aufgeführt, 1742 zu nennen, daher (K. u. L. III, 2) „große Opera Dido“. Es ist ein feiner Zug, daß Sch. gerade diese Oper wählt; sie paßte ganz zu der Seelenstimmung einer Milford. denn wie Dido den Aeneas an sich zu fesseln suchte, so sehnte sie sich nach einer Verbindung mit Ferdinand, der ihr eben so wenig zu Theil ward, wie der griechische Fürst jener phönicischen Königin. Mit dem „superbesten Feuerwerk“ ist die Schlußscene der Oper gemeint, in welcher sich Dido auf dem Scheiterhaufen verbrennt.

 
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