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Demeter oder Ceres

(Myth.), bei den Römern Ceres, eine Tochter des Saturnus und der Rhea, war die Schwester des Jupiter und des Pluto. Sie wurde allgemein als die Göttin des Ackerbaues und der Feldfrüchte verehrt, welche die Erde segnet und eine gedeihliche Ernte verleiht; deshalb sagt Zeus (Ged. Semele 2) zu Mercur:

– – – – – – – – „Erhebe deinen Flug
Zu Ceres, meiner Schwester – – – – – –
Zehntausendfach soll sie auf funfzig Jahr
Den Argiern die Halmen wiedergeben.“

Die Art ihres Wirkens und ihres Verkehrs mit den Menschen schildert in lebendiger Weise „das eleusische Fest“ (Ged.), und selbst in modernen Darstellungen führt Sch. sie als symbolische Gestalt ein. So heißt es (Ged. Der Spaziergang):

„Jene Linien, sieh! die des Landmanns Eigenthum scheiden,
In den Teppich der Flur hat sie Demeter gewirkt.“

Ebendaselbst läßt Sch. sie „des Pfluges Geschenk“ herbeibringen. Ferner erscheint sie als die Alles ernährende Mutter, die den Menschen Speise giebt, darum heißt es (Ged. Die Gunst des Augenblicks) von dem gedeckten Tisch:

„Denn was frommt es, daß mit Leben
Ceres den Altar geschmückt.“

Ja, in der Braut von Messina (5, 394) wird sie geradezu gleichbedeutend mit der reifenden Saat eingeführt:

„Nicht wo die goldene Ceres lacht
Und der friedliche Pan, der Flurenbehüter;
Wo das Eisen wächst in der Berge Schacht,
Da entspringen der Erde Gebieter.“

Daß der Ackerbau als der Anfang aller Cultur zu betrachten sei, hatte auch den Alten schon eingeleuchtet, und so wurde Ceres zugleich als die Stifterin der bürgerlichen Gesellschaft verehrt. Sie erscheint daher als die Vertheilerin des Grundbesitzes und als Gründerin der Städte, in welcher Eigenschaft ihr auch Opfer dargebracht werden, wie (Ged. 4. B. d. Aen. 11):

„Dir, städtegründende Demeter, quillt
Zweijähr’ger Rinder Blut.“ – – – – –

Im innigsten Zusammenhange mit dieser Anschauung stand die Sage von dem Raub der Persephone (s. d.), welche sie dem Jupiter gebar. Ihrer Klage um die verlorene Tochter gedenkt Sch. (Ged. Die Götter Griechenlands, Str. 4) mit den Worten:

„Jener Bach empfing Demeters Zähre,
Die sie um Persephonen geweint.“

Und in der rührendsten Weise ist diese Klage von ihm zum Gegenstande eines besonderen Gedichts gemacht worden (vergl. Ged. Klage der Ceres).

 
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