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Dämon
Unter den Dämonen dachte man sich im Altertum
Mittelwesen zwischen der Gottheit und den Menschen, wie z. B.
Perseus, der („Die Braut von Messina“,
>) ein Dämon genannt wird; und zwar wurden
sie teils als gute, teils als böse Geister angesehen. Die ersteren,
unter denen man sich bisweilen auch die Götter selbst dachte, wurden bei
Beteuerungen angerufen, wie („Die Zerstörung von Troja“, Strophe
20):
„Und nun bei allen himmlischen Dämonen,
Die in des Herzens tiefste Falten sehn,
Wenn Treu und Glaube noch auf Erden wohnen,
Laß so viel Leiden Dir zu Herzen gehen.“
Der bösen Geister oder Rachegötter dagegen, welche
(„Iphigenie in Aulis“
>,
„Macbeth“ >) den Menschen nur Unheil brachten, wurde bei
Verwünschungen gedacht. So sagt Dido in Beziehung auf den Aeneas („Dido“,
Strophe 120):
„Es sehe der Barbar vom hohen Ocean
Mit seinen Augen diese Flammen steigen,
Und nehme meines Todes Zeugen
Zum Plagedämon mit auf seiner Wogenbahn.“
desgl. Theseus („Phädra“
>) zu Hippolyt:
– – – „Dir folgt
Ein Rachedämon, dem Du nicht entrinnst.“
Sehr häufig braucht Schiller den Ausdruck Dämon im
symbolischen Sinne. So heißt es („Iphigenie in Aulis“,
>) von Menelaus:
„Sag’ an, was für ein Dämon spricht aus Deinem
Entflammten Aug’?“
ferner („Die Künstler“,
>) von der Wahrheit, „der
fruchtbar herrlichen Urania“, dass sie
„Nur angeschaut von reineren Dämonen
Verzehrend über Sternen geht.“
Und von dem Manne, der in seinem kühnen Streben
sich über seine eigene Natur erheben möchte, heißt es („Würde der
Frauen“, >):
„Seiner Menschlichkeit vergessen,
Wagt des Mannes eitler Wahn
Mit Dämonen sich zu messen,
Denen nie Begierden nahn.“
Seit das Christentum unter den Griechen und den
Römern die herrschende Religion wurde, galten den christlichen
Religionslehrern alle früheren Gottheiten als böse Geister, so dass sie
dann Dämon auch vorzugsweise in diesem Sinne nahmen, in welchem es noch
bis auf die neueste Zeit allgemein gebraucht wird. So sagt Don Carlos
zur Eboli („Don Carlos“,
>), als er bemerkt,
dass sie seine Geheimnisse
erspäht:
„Prinzessin – Nein, das geht zu weit – Ich bin
Verrathen. Sie betrügt man nicht – Sie sind
Mit Geistern, mit Dämonen einverstanden.“
Eben so sagt Don Manuel („Die Braut von Messina“
>) in
Beziehung auf das Glück:
– – – – – – – – „des Dämons Neid
Wird keine Macht mehr haben über mich.“
desgleichen Don Cesar („Die Braut von Messina“
>):
„Und daß ich fest sogleich den Zufall fasse
Und mich verwahre vor des Dämons Neide.“
eben so der Chor („Die Braut von Messina“
>):
„Denn die Rachegötter schaffen im Stillen.“
und endlich Isabella („Die Braut von Messina“
>):
„O, muß ein neid’scher Dämon mir die Wonne
Des heiß erflehten Augenblicks verbittern.“
Schließlich bezeichnet Dämon den Zustand eines
verbitterten Gemütes, wie („Die Braut von Messina“,
>):
„Gehorcht
Dem Dämon, der euch sinnlos wüthend treibt.“
oder so viel wie Trübsinn („Wallensteins Tod“,
>); in
demselben Sinne nennt auch Wallenstein („Wallensteins Tod“,
>) den Buttler
„seinen bösen Dämon.“ Erwähnungen
- Gedicht „Dido“, erwähnt als Plagedämon in
Strophe 120
- Gedicht „Die Künstler“,
>
- Gedicht „Würde der Frauen“,
>
- Gedicht „Die Zerstörung von Troja“, Strophe
20
- Historische Schrift „Geschichte des
dreißigjährigen Kriegs“, 3. Buch,
>
- Historische Schrift „Geschichte der Unruhen
in Frankreich“, >
- Historische Schrift „Geschichte des Abfalls
der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung“,
1. Buch, Das Inquisitionsgericht,
>
- Philosophische Schrift „Über die ästhetische
Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen“,
9. Brief, >
- Philosophische Schrift „Über das Erhabene“,
1>,
2>
- Philosophische Schrift „Über die notwendigen
Grenzen beim Gebrauch schöner Formen“,
>
- Philosophische Schrift „Über die tragische
Kunst“, >
- Prosaische Schrift „Der Geisterseher“,
1. Buch, >
- Schauspiel „Don Carlos“,
2. Akt, 8. Auftritt,
>
- Schauspiel „Die Braut von Messina“,
1. Aufzug, 4. Auftritt,
>
1. Aufzug, 7. Auftritt,
>
2. Aufzug, 1. Auftritt,
>
2. Aufzug, 2. Auftritt,
>
3. Aufzug, 2. Auftritt,
>
4. Aufzug, 4. Auftritt,
>
- Schauspiel „Wallensteins Tod“,
3. Aufzug, 4. Auftritt,
>
3. Aufzug, 16. Auftritt,
>
- Übersetzung „Iphigenie in Aulis“,
2. Akt, 2. Auftritt,
>
2. Akt, 4. Auftritt,
>
4. Akt, 3. Auftritt,
>
- Übersetzung „Macbeth“,
5. Aufzug, 12. Auftritt,
>
- Übersetzung „Phädra“,
4. Aufzug, 3. Auftritt, erwähnt als Rachedämon
>
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