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Cypresse

in der botanischen Sprache Cupressus sempervirens, ein mäßig großer, schlanker, immergrüner Baum mit senkrecht emporstrebenden Aesten und pyramidenförmiger Krone, ähnlich der unserer Alleepappeln. Er wächst am Mittelmeer und im Orient, wo er schon seit alter Zeit den Göttern geheiligt war und seiner düsteren Färbung wegen als Sinnbild der Trauer auf die Grabstätten gepflanzt wurde; daher (Ged. 2. B. d. Aen. 120):

„Daneben ein Cypressenbaum, seit lange
Mit Andacht von den Vätern angeblickt.“

ferner (Ged. 4. B. d. Aen. 92): wo es von dem Holzstoß, den die Königin Dido für sich errichten läßt, heißt:

„Ihn schmückt die Königin, wohl wissend, was sie thut,
Mit einem Kranz und der Cypresse traur’gen Aesten.“

und (Br. v. M. 5, 466):

„Diese Cypresse laßt uns zerschlagen
Mit der mördrischen Schneide der Axt,
Eine Bahre zu flechten aus ihren Zweigen,
Nimmer soll sie Lebendiges zeugen,
Die die tödtliche Frucht getragen,
Nimmer in fröhlichem Wuchs sich erheben,
Keinem Wandrer mehr Schatten geben;
Die sich genährt auf des Mordes Boden,
Soll verflucht sein zum Dienst der Todten!“

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