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Cybele

(Myth.) war ursprünglich eine phrygische Gottheit. Der Sage nach war sie die Tochter des phrygischen Königs Mäon und der Dindyma. Der Vater hatte sich einen Sohn gewünscht; da ihm aber statt dessen eine Tochter geboren ward, so wurde er unmuthig, trug dieselbe nach dem Berge Cybelus in der Mitte von Kleinasien und überließ sie dort der Einsamkeit. Indessen nahmen sich Löwen und Panther des Kindes an und säugten es, und Hirtenfrauen besorgten seine Erziehung. So wuchs das Mädchen, nach dem Berge, auf dem man sie gefunden, Cybele genannt, heran und verrieth bald durch Verstand und Schönheit ihre vornehme Herkunft. Sie entdeckte mancherlei Heilmittel, woher sie den Namen „die gute Mutter vom Gebirge“ erhielt, und lehrte die Menschen Ackerbau und Künste. Ursprünglich war ihr wichtigster Sitz die phrygische Handelsstadt Péssinus, wo ihr ein prächtiger Tempel erbaut war, bald aber verbreitete sich ihr Dienst über ganz Vorderasien und von da nach Griechenland, wo sie besonders als Allernährerin und als Sinnbild der fruchtbaren Erde betrachtet ward. Die bildende Kunst hat ihr die Löwen als Attribute gegeben und stellt sie bisweilen auf einem Wagen sitzend dar, der von zwei Löwen gezogen wird; daher (Ged. Der Spaziergang):

„Mutter Cybele spannt an des Wagens Deichsel die Löwen,
In das gastliche Thor zieht sie als Bürgerin ein.“

Nicht selten wird sie auch als Matrone mit einer Mauerkrone auf dem Haupte abgebildet, um auf die durch den Ackerbau entstandene Gründung der Städte hinzudeuten; daher (Ged. Das Eleusische Fest):

„Und der Thore weite Flügel
Setzet mit erfahrner Hand
Cybele und fügt die Riegel
Und der Schlösser festes Band.“

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