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Brutus

(R. Vorr.), Marcus Junius Br., geb. 85 v. Chr., war dem Pompejus, obwohl derselbe sein Vater getödtet, nach Thessalien gefolgt, wo er an der Schlacht bei Pharfalus Theil nahm. Im Kampfe wurde er von Cäsar gerettet, wegen seiner Verdienste vielfach bevorzugt und sogar zum Prätor gemacht; dennoch trieb ihn seine glühende Freiheitsliebe dazu, an die Spitze der gegen Cäsar gerichteten Verschwörung zu treten und seine persönlichen Interessen dem Wohle des Staates zum Opfer zu bringen. (Vergl. Philippi.) Ihm stellt Sch. den Catilina gegenüber, der schon unter Sulla’s Schreckensherrschaft sich durch Greuelthaten ausgezeichnet, selbst seinen eigenen Bruder getödtet hatte und dessen ganzes Leben eine Kette von Freveln war. An der Spitze einer Schaar junger Leute, die ihm an Lastern, Genußsucht und Ehrgeiz vollständig glichen, beschloß er, zu einer Zeit, wo Pompejus mit der bewaffneten Macht im fernen Asien beschäftigt war, sich des Staates zu bemeistern, alles Bestehende umzustürzen und sich mit seinem Anhange Befreiung von drückender Schuldenlast, so wie Aemter, Reichthümer und willkürliche Herrschaft zu erringen. Aber Cicero überwachte seine Schritte, trat als sein Gegner auf, entdeckte die schändliche Verschwörung und veranlaßte, daß Catilina von seiner Flucht nach Gallein abgeschnitten ward, bei welcher Gelegenheit er wüthend fechtend seinen Tod fand. – „Ein Brutus oder ein Catilina“ heißt also hier: Ein Freiheitsheld oder ein Verbrecher.

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