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Berglied (Gedicht)Aus dem Jahr 1804, als Schiller den Tell dichtete. Man vergleiche die vorletzte Szene des 5. Aktes, in welcher Wilhelm Tell dem Parricida die „Schreckensstraße“ beschreibt, die er durch das Tal der Reuß über den St. Gotthard wandern soll, um nach Italien zu kommen. Beide Darstellungen sind umso mehr zu bewundern, als Schiller mit der Gegend nur durch Beschreibungen bekannt geworden sein konnte. Strophe 1: „Der schwindlichte Steg“ ist der Weg, der an dem rechten Felsabhange des Reußtales hinaufführt; „die Riesen“, die mächtigen Felsmassen, welche sich immer enger zusammendrängen; „die schlafende Löwin“ der Anmerkung zufolge die noch ruhende Lawine. Strophe 2: Die so genannte Teufelsbrücke führt von dem rechten auf das linke Ufer der Reuß, die hier 300 Fuß (darunter 100 Fuß senkrecht) herabstürzt und den Pfad über die Brücke fortdauernd mit Wasserstaub benetzt (vergl. Brücke, welche stäubet). Strophe 3: Das „schaurige Thor“ ist das so genannte Urner Loch, ein im Jahre 1707 durch den Felsen gehauener Stollen von 200 Fuß Länge, der in das Urseren Tal nach Andermatt führt. Strophe 4: Die vier Ströme sind: die Reuß, der Rhein, der Tessin und der Rhone. Strophe 5: Die „zwei Zinken“ sind die höchsten Spitzen des Gotthardgebirges, zwischen denen die Straße nach Italien, zunächst nach Airolo hindurchführt. Strophe 6: „Die Königin“ ist der höchste, ewig beeiste Gipfel des weit verbreiteten Gebirgsstocks. Zum Gedicht Berglied. |
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Jürgen Kühnle
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