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Bacchus oder Dionysoswar der Sohn des Zeus und der Semele, ist der schöne, jugendlich heitere Gott des Weines. Nachdem er die Hüfte seines Vaters verlassen, ward er dem Hermes übergeben, welcher ihn von Nymphen auf dem Berge Nysa in Indien (daher vielleicht der Name Dionysos, dessen erste Sylben dann „Gott“ bedeuten würden) erziehen ließ. Von Böotien aus (denn Semele, die Tochter des Cadmos, wohnte in Theben, und hier mag auch ursprünglich Nysa gelegen haben) verbreitete sich der Kultus des Gottes über ganz Griechenland und, wie die Griechen es sich in späterer Zeit vorstellten, durch einen wunderbaren Zug des Gottes selbst, bis in das ferne Indien. Aber dieser Zug wurde zu einem weltbeglückenden, denn durch die Veredelung des Weinstocks hatte er den Sterblichen das Getränk verliehen, welches das Herz erfreut. Auf diese Weise durchzog er nun die Welt, um den Weinbau zu verbreiten, begleitet von einem fröhlich jauchzenden Gefolge von Halbgöttern, Männern und Weibern, welche sich ihm anschlossen, daher in den „Göttern Griechenlands“ >:
Einen mit Epheu oder Weinlaub umflochtenen Stab, den Thyrsus in den Händen, ein Tiger- oder Rehfell um die Schultern gehängt, so erscheint das Gefolge von Männern und Weibern, Bacchanten und Bacchantinnen, die letzteren auch Mänaden (d. h. Rasende) genannt, in wilder Ausgelassenheit, um mit Flöten und Pauken den Freudenbringer zu begrüßen. Daher heißt es (Gedicht Pompeji und Herculanum >):
und von dem Palast der Semele sagt Zeus (Schauspiel „Semele“ >):
Anfangs waren die Feste, die man dem Bacchus zu Ehren feierte, wohl nichts Anderes als heitere und fröhliche Winzerfeste. Aber von Thracien aus verbreiteten sich die so genannten Orgien (so viel wie geheime Religionsgebräuche) als mit trunkener Wildheit gefeierte Bacchusfeste nach und nach durch ganz Hellas. Daher heißt es (Gedicht „Dido“, Strophe 11): „Es quillt zweijähr’ger Rinder Blut, dir, Bromius, zu Ehren“; ferner („Iphigenie in Aulis“, 4. Akt, 4. Zwischenhandlung >):
wo Bacchus mit dem Beinamen Bromius, d. h. der Lautjauchzende, bezeichnet wird; und an die mit nächtlichen Schwelgereien verbundenen Feste erinnert die Stelle (Gedicht „Dido“, Strophe 56):
Als Sinnbild des fröhlichen Gelages beim gefüllten Becher wird Bacchus oft genannt; so (Gedicht „Die Gunst des Augenblicks“, >):
und (Gedicht „Dithyrambe“, >):
Ebenso wird von dem Schmause (Schauspiel „Die Piccolomini“, >) gesagt:
und („Don Carlos“, >) heißt es:
desgl. (Schauspiel „Die Verschwörung des Fiesco“, >): „der bacchantische Tanz.“ – Endlich heißt es mit Beziehung auf seinen Beinamen Freudebringer („Die Piccolomini“, >) von trunkenen Kriegern:
Erwähnungen
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Jürgen Kühnle
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