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Appius Claudius

ein patrizischer Decemvir (eine Kommission aus zehn Männern mit Sondervollmachten), dem es 450 v. Chr. gelang, die Wahl der übrigen Decemvirn nach seinem Willen zu lenken, so dass er glaubte, mit diesen, seinen Geschöpfen, eine unumschränkte Herrschaft aufrichten zu können. Nach geschehener Wahl trat er mit seinen Plänen hervor und erlaubte sich ungescheut die frevelhafteste Willkür; aber eine unüberlegte Tat, die Frucht einer blinden Leidenschaft, führte seinen Sturz herbei. Appius Claudius stellte einem schönen Mädchen, Namens Virginia („Die Verschwörung des Fiesco“, >), der Tochter des Plebejers Virginius nach. Als er mehrere vergebliche Versuche gemacht hatte, das Mädchen zu verlocken oder ihre Wärterin zu bestechen, ließ er sie durch einen seiner Klienten, Namens Claudius, mit Gewalt ergreifen, unter dem Vorgeben, Virginia sei die Tochter einer Sklavin des Claudius und dem Virginius von dessen kinderloser Gattin untergeschoben. Allen Zeugnissen zum Trotz sprach Appius Claudius durch Richterspruch seinem Klienten das Mädchen zu, und zwar in Gegenwart ihres Vaters. Dieser, in Verzweiflung, bittet um die Erlaubnis, seiner Tochter noch ein Wort sagen zu dürfen, und mit den Worten: „Geh frei und rein, Virginia, zu Deiner Mutter und zu Deinen Vorfahren“ stößt er ihr ein Messer in die Brust. Der Anblick des Leichnams entflammte das Volk zur Rache und hatte den Sturz des Appius Claudius zur Folge, der sich übrigens im Gefängnis selbst den Tod gab. – Bekanntlich hat auch Lessing diese Tatsache benutzt, um in seiner „Emilia Galotti“ die Ermordung derselben durch ihren Vater zu erklären.

Erwähnungen

  • Schauspiel „Die Verschwörung des Fiesco“,
    1. Aufzug, 13. Auftritt, >
    2. Aufzug, 17. Auftritt, >
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