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Aphrodite oder Venus(Myth.). Der griechische Name bedeutet die Schaumgeborene, denn sie war aus dem Schaume des Meeres aufgetaucht, von wo sie auf einer Seemuschel zuerst auf der Insel Cythere (s. u.), später auf Cypern landete; daher wird sie (Br. v. M. 420): „Die gefällige Tochter des Schaums“ genannt; ferner heißt es (Ged. D. Triumph d. Liebe):
Nach Homer (Il. 5, 370) ist sie eine Tochter des Zeus und der Meergöttin Dione (Ged. Die Blumen), nach welcher sie selbst bisweilen Dione (Iph. II, Zw.-H.) genannt wird. Außerdem führt sie noch viele andere Beinamen. Nach der Stadt Amathus od. Amathunt (Ged. D. Götter Griechenlands) auf der Südküste von Cypern, wo sie am eifrigsten verehrt ward, heißt sie Amathusia (ebendas.), nach der Insel selbst Cypria (Ged. 4. B. d. Aen. 17). Der südlich von dem Peloponnes gelegenen Insel Cythera (jetzt Cerigo) verdankt sie den Namen Cythere (Ged. D. Götter Griechenlands). Das Vorgebirge Idalium auf Cypern, wo ihr ein Hain nebst einem Tempel gewidmet war, ist die Veranlassung zu dem Namen Idalia (Ged. 4. B. d. Aen. 19) geworden, und endlich wird sie, gleich einer der Musen, oft auch Urania (Ged. D. Künstler), d. h. die Himmlische genannt. Sie war die Gattin des Vulkan (s. Hephästos); gebar indessen dem Mars den Eros (Ged. Poesie des Lebens) und dem Anchises den Aeneas (4. B. d. Aen. 67). Dem griechischen Volksglauben zufolge, wie auch bei den Dichtern, ist Aphrodite zunächst die Göttin der Liebe, welche das Gefühl derselben in allen Wesen erweckt; daher klagt Juno (Ged. Semele 1), zu sich selbst sprechend:
Natürlich begünstigt sie dann auch die Liebenden und ist ihnen hülfreich, wie (Ged. Das Eleusische Fest):
Ja, in dem ganzen Gebiete der Natur steht die Zuneigung der verschiedenen Geschlechter unter ihrem Schutze, weshalb es (Ged. D. Blumen) von den Blumen heißt:
Als Beherrscherin des Reichs der Liebe wird sie in entsprechenden Fällen um Hülfe angerufen. So heißt es (Ged. Hero u. Leander):
Wer sich indeß ihrer Herrschaft zu entziehen suchte, der hatte ihre Rache zu fürchten, daher sagt Theramén (Ph. I, 1) zu dem strengen Hippolyt:
Außer ihrer Eigenschaft als Göttin der Liebe ist Aphrodite auch die Göttin der Schönheit und Anmuth, und darum trägt sie den Gürtel (s. d. und Homer Il. 14, 214), welcher Liebe, schmachtendes Verlangen, sanfte Schmeichelei und zärtliches Gespräch in sich vereint. Da sie in dem Kampfe um den Preis der Schönheit (Iph. I, Zw.-H.) den Sieg davon trug (vergl. Eris), so wird sie (Ged. 4. B. d. Aen. 19) „der Schönheit Königin“ genannt. Einige Male braucht Sch. ihren Namen auch bildlich, und zwar zunächst für Liebe, wie (Ged. 4. B. d. Aen. 6), wo Anna zu ihrer Schwester Dido sagt:
Dann aber ist sie ihm auch das Symbol der Schönheit, die zunächst den Gedanken weckt, wie (Ged. D. Künstler):
außerdem aber in stets weiterschreitender Fortentwickelung den Menschen zur Wahrheit, „zur himmlischen Urania“ führt, wie (ebendas.):
Da die Venus den Alten das Ideal weiblicher Schönheit war, so wurde sie von Künstlern (R. V, 1. – Gsts. 233) sehr häufig dargestellt; eine der berühmtesten unter den antiken Darstellungen ist die mediceische oder die von Florenz (F. II, 5). |
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