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Antinousein schöner Jüngling, welchen Kaiser Hadrian aus Bithynien (in Kleinasien) mitgebracht hatte und den er so liebte, dass er ihn beständig um sich haben musste. Aber Lebensüberdruss, oder der Wahn, dass sein Tod für das Wohl des Kaisers unumgänglich notwendig sei, veranlassten den Jüngling, sich in den Nil zu stürzen. Von übermäßigem Schmerz ergriffen, widmete Hadrian seinem Liebling eine wahrhaft göttliche Verehrung. Er benannte ein Sternbild in der Nähe der Milchstraße (zwischen Adler, Steinbock und Schütze) mit seinem Namen, ließ ihm Bildsäulen und Altäre errichten, erbaute ihm einen Tempel zu Mantinea in Arkadien und ordnete, ihm zu Ehren, alljährlich wiederkehrende feierliche Spiele an. So wurde Antinous ein Gegenstand göttlicher Verehrung, und es war allgemein Sitte geworden, sein Bildnis in Häusern und Gärten aufzustellen, nicht selten mit den Attributen des Bacchus versehen. Besonders wird eine Darstellung des Antinous im Vatikan gepriesen. Die großen melancholisch blickenden Augen, der fein und zierlich geschnittene Mund, das außerordentlich sanfte Profil in Verbindung mit dem edel geformten Körper sind ein Beweis von gründlichem und verständigem Studium der menschlichen Gestalt, und führen zugleich einen neuen Typus in die griechische Kunst ein; daher heißt es von Fiesco („Die Verschwörung des Fiesco“, >) „ein blühender Apoll, verschmolzen in den männlich schönen Antinous“; das Beiwort „männlich“ könnte die Vermutung begründen, Schiller habe an den Antinous der Odyssee gedacht. Erwähnungen |
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Jürgen Kühnle
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