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Der Abend (Gedicht)

Ungeachtet seiner entschiedenen Vorliebe für gereimte Verse hat Schiller hier, und zwar auf Wunsch Wilhelm von Humboldts ein antikes Versmaß, ähnlich dem der Horazischen Oden, gewählt. Das Gedicht (am 25. Sept. 1795 an Christian Gottfried Körner geschickt) hat dadurch einen eigentümlichen Reiz bekommen. Es ist, als ob Klänge aus einer fremden Welt uns anwehten, die nichtsdestoweniger einem wohlbekannten Inhalt aufs innigste sich anschmiegen. Auch äußerte sich Humboldt im höchsten Grade befriedigt durch das Gedicht. Er sagt: „Es herrscht in ihm ein sehr einfacher und reiner Ton, das Bild malt sich sehr gut vor dem Auge des Lesers, und das Ganze entläßt ihn, wie man sonst nur von Stücken der Griechen und Römer scheidet.“ (im Brief vom 2. Okt. 1795)

Strophe 1: Der strahlende Gott ist Phöbus (siehe Apollon).
Strophe 2: statt Tethys steht irrtümlich in einigen Ausgaben Thetis.

Eine besondere Schönheit liegt in dem Parallelismus, welchen die dritten Verse der drei ersten Strophen darstellen, wodurch die Hauptmomente, in welche das Gemälde auseinandergelegt ist, höchst malerisch hervortreten. Bei dem Vortrag ist auf sie ein besonderer Akzent zu legen.

Zum Gedicht „Der Abend“.

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