Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich
         Briefe
            Christian Gottfried Körner
               Inhalt
               Vorwort
               1784
               1785
               1786
               1787
               1788
               1789
               1790
               1791
               1792
               1793
               1794
               1795
               1796
               1797
               1798
               1799
               1800
                  5.1.1800, an Körner
                  12.1.1800, an Schiller
                  16.1.1800, an Schiller
                  17.3.1800, an Schiller
                  24.3.1800, an Körner
                  10.4.1800, an Schiller
                  16.6.1800, an Körner
                  26.6.1800, an Schiller
                  29.6.1800, an Schiller
                  3.7.1800, an Körner
                  9.7.1800, an Schiller
                  13.7.1800, an Körner
                  17.7.1800, an Körner
                  22.7.1800, an Schiller
                  25.7.1800, an Schiller
                  ...
               1801
               1802
               1803
               1804
               1805

Dresden, den 10. April 1800.

Die jetzigen schönen Tage werden hoffentlich Deine gänzliche Wiederherstellung sehr beschleunigen. Laß Dich nur nicht durch Arbeiten abhalten, die freie Luft so viel als möglich zu genießen. Was Du jetzt versäumst, wirst Du nachher sehr schnell wieder einholen. Übrigens wäre es fast ein Wunder gewesen, wenn die harte Krankheit Deiner Frau und der strenge anhaltende Winter zusammen Deine Gesundheit nicht heftig angegriffen hätten.

Meine Bemerkungen über den Wallenstein scheinen kein Glück bei Dir gemacht zu haben. Indessen reut mich ihre Mittheilung doch nicht. Es hat mir selbst viel Genuß gegeben, mich auf eine solche Art in dies Werk hineinzudenken.

Freilich ist es unmöglich, bloß müßig zu empfangen, wenn man den Blick lange auf ein Kunstwerk heftet, und man kann alsdann leicht verleitet werden, auch zur Ungebühr daran rücken und künsteln zu wollen. Nur kann ich mich nicht überzeugen, daß unsere Begriffe „von Poesie, und von tragischer Poesie insbesondere“ einander so ganz entgegengesetzt sein sollten. Das war doch sonst nicht der Fall.

Über Böttigers Schwatzhaftigkeit darfst Du nicht böse sein. Mit Anekdoten solcher Art seine Briefe zu bereichern, kann sich der arme Sünder ohnmöglich versagen. Auch soll er mir nichts verderben. Die Geschichte von Maria Stuart ist mir sehr wenig im Gedächtnisse, und ich werde mich jetzt hüten, etwas darüber zu lesen.

Du schreibst nichts über den Macbeth1). Wenn er fertig ist, laß mich doch das Manuscript sehen.

Hoffentlich bleibst Du auch den Sommer in Weimar, wenn Du nicht eine Reise unternimmst, – was Dir vielleicht sehr wohlthätig wäre. Goethe soll ein artiges Landhaus haben, das er gewiß sehr gut einrichten wird. Von seiner poetischen Thätigkeit hört man jetzt nichts. In den Propyläen habe ich viel Freude an der Geschichte der Kunstsammlung gehabt. Ich erkannte ganz die Behandlung von Wilhelm Meister wieder.

Bei mir ist alles wohl und freut sich der Wärme.

               Dein

Körner.

Ü    Þ


1) Schillers Macbeth wurde am 14. Mai zuerst gegeben. ­

© 1999 - 2005 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de