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            Christian Gottfried Körner
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Den 4. Jul. 95.

Nur 2 Worte, um diese Sendung der Horen zu begleiten. Ich habe heute eine schreckliche Expedition von Briefen.

Goethe ist in Carlsbad und Humboldt auf 2 Monate nach Berlin. Ich bin also ziemlich verlassen hier. Dafür will ich desto fleißiger sein. Ich lebe jetzt ganz cavalierement; denn ich mache – Gedichte für meinen Musenalmanach. Närrisch genug komme ich mir damit vor.

Dein Aufsatz macht überall viel Sensation, und wer von dem 5ten Stück d. Horen spricht, der erwähnt ihn zuerst. Du kannst also mit Deinem Debut in den Horen wohl zufrieden sein. Ein Aufsatz von Dir über lyrische Poesie soll mich sehr freuen. Die Materie ist sehr für Dich. Laß ihn nur ja nicht liegen.

Vor einiger Zeit las ich im deutschen Mercur einen Aufsatz von Deinem Schlegel über die Grenzen des Schönen.1) Welche Verworrenheit des Begriffs und welche Härte der Darstellung herrschte darin! So etwas mußt Du ihm nicht schenken, wenn Du ihm die Wahrheit sagen darfst. Er hat Kenntnisse, und denkt über seinen Gegenstand. Aber er bringt es nicht bis zur Klarheit, und eben deswegen auch nicht zur Leichtigkeit in der Diction. Ich fürchte doch, er hat zum Schriftsteller kein Talent.

Ist Langbein nicht in Dresden, und könntest Du mir nicht etwa einige Kleinigkeiten für meinen Almanach von ihm verschaffen?

               Dein

Sch.

Ü    Þ


1) Von Fr. Schlegel. Merkur 1795, Mai. S. 79-92. ­

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