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      Schiller, Friedrich
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            Christian Gottfried Körner
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                  ...
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                  20.3.1795, an Körner
                  3.4.1795, an Schiller
                  5.4.1795, an Körner
                  10.4.1795, an Körner
                  27.4.1795, an Schiller
                  1.5.1795, an Körner
                  4.5.1795, an Körner
                  8.5.1795, an Schiller
                  22.5.1795, an Schiller
                  2.6.1795, an Körner
                  12.6.1795, an Körner
                  15.6.1795, an Schiller
                  21.6.1795, an Schiller
                  4.7.1795, an Körner
                  16.7.1795, an Schiller
                  20.7.1795, an Körner
                  3.8.1795, an Körner
                  ...
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Dresden, den 8. Mai 95.

Es ist mir lieb, daß mein Aufsatz noch zur rechten Zeit angekommen ist. Mich verlangt sehr Dein Urtheil zu hören. Wenn Goethe noch bei Dir ist, so schreib mir doch auch, was er davon sagt.

Die Belagerung von Antwerpen ist ein schöner Stoff, den Du, wie mich däucht, in einer sehr guten Manier behandelt hast. Überhaupt sind Belagerungen auch für den Nichtmilitair interessanter als Schlachten. Der Kampf von Kraft gegen Kraft und die Überwindung der Hindernisse läßt sich anschaulicher machen. Solche historische Aufsätze werden gewiß jedem Leser der Horen willkommen sein.

Aber was meint denn Goethe eigentlich mit seinen Unterhaltungen? Das erste Stück war mir begreiflich, und ich erkannte ihn in manchen Stellen. Auch im 2ten interessirte mich die Darstellung bei der ersten Erzählung. Aber für das dritte weiß ich nichts zu sagen. Und was soll daraus werden, wenn es noch immer descrescendo geht? Von allen Seiten hör’ ich Klagen über diese Aufsätze, und wenn ich mich ihrer annehme, so werde ich der Parteilichkeit beschuldigt. Funk und Thielemann besonders machen mir Vorwürfe darüber; von letzterem erhielt ich vor ein Paar Tagen einen Brief, wo er über Deine ästhetischen Briefe mit der größten Begeisterung schreibt.

Humboldts Aufsatz hat wieder recht feine Bemerkungen, aber das Ganze macht keine befriedigende Wirkung.

Ein Paquet mit sechzehn Carolin für Schlegeln habe ich von der Post erhalten und werde es durch seinen Bruder weiter befördern.

Hubers Brief habe ich gern gelesen. Es war mir lieb von seiner Existenz einige Nachricht zu haben. Ob er dem Unternehmen gewachsen ist, die Kantsche Philosophie für die Franzosen zu bearbeiten, zweifle ich sehr. Wenigstens möchte er doch warten, bis Fichte mit seiner Grundlage fertig ist.

Fichtens Benehmen gefällt mir nicht. Entweder mußte er sich gar nicht in die Ordensgeschichten mischen, oder er mußte seinen Plan durchsetzen. Was hat er denn zu wagen? – Wenn nur nicht seine schriftstellerischen Arbeiten dabei leiden.

Ich habe jetzt noch einigen Stoff zu einer Vertheidigung der Harmonie gegen Rousseau, den ich für’s erste bearbeiten will. Dann möchte es wohl an die Philosophie gehen, wo ich aber freilich erst säen muß, ehe ich für die Horen ernten kann. In der Folge hätte ich Lust zu einer Charakteristik alter und neuer Philosophen. Sobald ich mit Kant und Fichte auf’s Reine bin, geht’s an den Plato.

               Dein

K.

Ü    Þ

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