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            Christian Gottfried Körner
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Jena, den 7. April 93.

Heute habe ich endlich meinen Auszug in den Garten gehalten, und bin nicht wenig froh, daß ich Feld und Himmel sehe. Diesen ganzen Winter kam ich kaum 5 mal in’s Freie, und nun ist mir zu Muth wie einem Gefangenen, der zum ersten Mal wieder an’s Tageslicht kommt. Jetzt erwarten mich noch 5 Tage, die ich einer nicht gar angenehmen Arbeit widmen muß, dann komme ich zu meiner Schönheit und zu unserer Correspondenz zurück.

Unsere Zusammenkunft im Sommer wird uns sehr wohl thun, und sie macht mir schon jetzt in der Erwartung frohe Augenblicke. In unserem Stadtlogis könnt Ihr zwar nicht wohnen, denn das haben wir ganz aufgegeben, weil es keine Küche hat, und wir jetzt eine eigene Menage angefangen haben. Meine Gesundheit vertrug sich mit der Kost nicht länger, die wir bei unseren Mlles. hatten. Dieser Umstand darf Euch aber gar nicht verlegen machen, denn aller Wahrscheinlichkeit nach miethe ich mir noch im Sommer eine neue Wohnung in der Stadt, die dann zu Eurer Disposition ist; und sollte ich vor Michaelis keine finden, die unbesetzt wäre, so sind mir jetzt schon verschiedene Wohnungen bekannt, die auf einige Wochen zu haben sein werden. Du darfst mir nur in dieser Zeit einmal bestimmt schreiben, wieviel Zimmer, Betten u. dgl. Du nöthig haben wirst.

Herrn v. Münchhausen habe ich gesprochen und einen interessanten Mann an ihm gefunden. Er ist zwar keiner von denen, die sich im ersten Augenblick entschleiern, und wir waren kaum eine Stunde beisammen; aber er wurde doch am Ende ziemlich warm, und wahrscheinlich wären wir uns näher gekommen, wenn nicht ein Besuch uns unterbrochen hätte. Ich vergaß ihn nach dem Namen seines Guts1) zu fragen; schreibe mir es doch, wenn Du es weißt.

Du schreibst noch von andern Dresdner Menschen, die nach Jena kommen würden. Wer sind diese?

Zu meinem Kallias macht Ramberg eine Zeichnung, die gestochen wird und dann mir bleibt. Ich habe ihm völlig freie Wahl gelassen, und bin nun voller Erwartung, was er erfunden haben mag.2)

S.

Ü    Þ


1) Steinburg; vgl. 3, 100. ­
2) Vgl. Preuß. Jahrbücher 1870 Bd. 26. S. 83 ff und S. Schr. 11, 550.
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