Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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            Christian Gottfried Körner
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                  24.11.1788, an Schiller
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Dresden, 12. December 1788.

Meine Antwort auf Deinen letzten Brief ist durch die Beilage verspätigt worden. Ich bekam Stolbergs Aufsatz1) über Dein Gedicht im Museum zu sehen, und dies machte einige alte Lieblingsideen bei mir rege.

So entstand dies Product in Zeit von acht Tagen. Ich überlasse es ganz Deiner Disposition für die Thalia oder den Mercur. Doch muß ich dir gestehen, daß ich es gern bald gedruckt sehen möchte. Ich komme mir mit meiner Autorschaft vor wie der Student, wenn er zum erstenmale den Degen ansteckt. Daß ich Dir freistelle, Fehler des Styls zu verbessern, versteht sich von selbst.

Deine aufmunternden Äußerungen verdanke ich dir sehr; mich verlangt jetzt nach Deinem Urtheil über diese Arbeit; mir hat sie Muth gemacht.

Deine Idee wegen der Fronde wird mich nicht abhalten, sie mit Huber gemeinschaftlich zu bearbeiten; er hat mir diesen Vorschlag gethan, und ich erwarte noch seine Antwort auf meine Äußerungen über die Art und Weise.

Über die Memoires hast Du Dich noch nicht deutlich erklärt. Wären einzelne Auszüge daraus nicht gute Materialien für ein Journal?

An Huber kannst Du keck schreiben; ich stehe für seine Versöhnlichkeit.

Noch eine Frage: Schreiter übersetzt Gibbons Geschichte, die eine Fortsetzung des bekannten Werks vom Verfall des römischen Reichs ist. Er will mir einzelne Stücke daraus, die für sich interessiren, als Mahomets Leben u. dergl. abtreten, um sie in ein Journal einzurücken. Kann sie Wieland brauchen, und was zahlt er dafür? Antworte mir bald hierauf.

Lebe wohl. Alles grüßt.

K.

Ü    Þ


1) Deutsches Museum 1788. 2, 97 ff. Der Aufsatz von Körner, K. unterzeichnet, steht in der Thalia, Heft 6. S. 59-71: „Über die Freiheit des Dichters bei der Wahl seines Stoffes.“ ­

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