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               18.8.1803 an Humboldt
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               12.9.1803 an Humboldt
               22.10.1803 an Schiller
               2.4.1805 an Humboldt

LIII.

Weimar, den 18 August 1803.                 

   Ein Exemplar von der Braut von Messina werden Sie unmittelbar von Cotta, dem ich es auftrug, erhalten haben. Gern hätte ich das Stück im Manuscript gesendet, aber es kamen mir so verschiedene Nachrichten von Unsicherheit der Posten nach Italien zu, daß ich zu viel zu wagen glaubte, wenn ich meinen kleinen Reichthum der Post anvertraute.

   Goethe’s Natürliche Tochter wird Sie sehr erfreuen, und wenn Sie dieses Stück mit seinen anderen, den früheren und mittleren, vergleichen, zu interessanten Betrachtungen führen. Die hohe Symbolik, mit der er den Stoff behandelt hat, so daß alles Stoffartige vertilgt, und Alles nur Glied eines idealen Ganzen ist, diese ist wirklich bewundernswerth. Es ist ganz Kunst, und ergreift dabei die innerste Natur durch die Kraft der Wahrheit. Daß er zu der Zeit, wo Sie, nach meinem letzten Brief, an seiner Productivität ganz verzweifeln mußten, mit einem neuen Werk hervorgetreten, wird Sie ebenso, wie mich selbst, überrascht haben; denn auch mir hatte er, wie der ganzen Welt, ein Geheimniß daraus gemacht. Auf den October wird es gedruckt erscheinen.

   Wilhelm Tell ist jetzt, was mich beschäftigt, aber dieser Stoff ist sehr widerstrebend, und kostet mir große Mühe; da er aber sonst großen Reiz hat, und sich durch seine Volksmäßigkeit so sehr zum Theater empfiehlt, so lasse ich mir die Arbeit nicht verdrießen, ihn endlich noch zu überwältigen.

   Leider geht es mit unsrer Akademie in Jena jetzt auf die Neige. Loder geht nach Halle, Grießbach wird den Winter nicht überleben. Hufeland, auch Schütz mitsammt der Literaturzeitung und Paulus verlassen uns wahrscheinlich auch. Batsch ist schon im vorigen Jahr gestorben. Die Philosophie ist mit Schelling vollends ganz ausgewandert. Leider ist nicht zu hoffen, daß aus anderen Universitäten etwas wird, indem sie Jena zerstören helfen. Vielleicht war Jena, wie es vor sechs, acht Jahren noch war, die letzte lebendige Erscheinung ihrer Art auf Jahrhunderte.

   Ich lege Ihnen ein Lied bei, das in der Absicht entstanden ist, dem gesellschaftlichen Gesang einen höheren Text unterzulegen. Die Lieder der Deutschen, welche man in fröhlichen Cirkeln singen hört, schlagen fast alle in den platten prosaischen Ton der Freimaurerlieder ein, weil das Leben keinen Stoff zur Poesie gibt; deswegen habe ich mir für dieses Lied den poetischen Boden der Homerischen Zeit gewählt, und die alten Heldengestalten der Ilias darin auftreten lassen. So kommt man doch aus der Prosa des Lebens heraus und wandelt in besserer Gesellschaft.

   Was bei uns sich Neues ereignet, wird meine Frau schreiben. Ich bewege mich so einförmig in meinem hergebrachten Lebenskreise, daß ich gar nicht merke, wie die Welt geht; ja, theurer Freund, wenn ich denke, in welcher ganz anderen und höheren Region Sie leben, so gerathe ich in Verlegenheit, Ihnen ein Wort von mir zu sagen.

   Herzlich theilen wir Alles, was Ihnen begegnet, und wünschen, da es doch nicht anders ist, daß Sie in Ihrem jetzigen Lebenskreis immer einheimischer werden und sich dabei glücklich fühlen.

   Von ganzer Seele umarmt Sie und die gute Caroline Ihr

Sch.              

Ü   Þ

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