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               27.8.1798 an Humboldt
               17.2.1803 an Humboldt
               18.8.1803 an Humboldt
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               12.9.1803 an Humboldt
               22.10.1803 an Schiller
               2.4.1805 an Humboldt

LII.

Weimar, den 17 Februar 1803.              

   Lassen Sie mich, mein theurer Freund, meinen ersten Brief, den ich Ihnen nach Rom schreibe, nicht mit Entschuldigungen beginnen, die immer ein böses Zeichen sind. – Verzeihen Sie mein langes Stillschweigen, und strafen Sie mich nicht durch das Ihrige. Es macht uns herzliche Freude, Sie nun in Rom leidlich etablirt zu sehen, es wird nach und nach schon werden, denn der Mensch und der Deutsche besonders, bildet sich seine Welt, und was keine Bildung annimmt, lernt er ertragen. Denken Sie in Ihrem milden Klima an unseren eisernen Himmel; indem ich Ihnen schreibe, liegt alles von Schnee begraben, und es sieht aus, als wenn es in Ewigkeit nicht wieder Sommer werden könnte – dennoch leben auch wir, ja wir tragen mitten im Winter Blumen und Früchte. Ich habe vor achtzehn Tage meine Tragödie geendigt, eine Abschrift davon, die ich Ihnen in vierzehn Tagen absende, soll mein langes Stillschweigen ein wenig entschuldigen. Mein erster Versuch einer Tragödie in strenger Form, wird Ihnen Vergnügen machen, Sie werden daraus urtheilen, ob ich, als Zeitgenosse des Sophokles, auch einmal einen Preis davon getragen haben möchte. Ich habe es nicht vergessen, daß Sie mich den modernsten aller neuen Dichter genannt, und mich also im größten Gegensatz mit Allem, was antik heißt, gedacht haben. Es sollte mich also doppelt freuen, wenn ich Ihnen das Geständniß abzwingen könnte, daß ich auch diesen fremden Geist mir zu eigen machen können. Ich will indeß nicht läugnen, daß mir, ohne eine größere Bekanntschaft, die ich indeß mit dem Aeschylus gemacht, diese Versetzung in die alte Zeit schwerer würde angekommen seyn. Vielleicht ist Ihnen nicht bekannt, daß eine Uebersetzung des Prometheus, der Sieben von Theben, der Perser und der Eumeniden von Stolberg noch in seiner besseren Zeit gemacht, jetzt herausgekommen. Ich kann nicht läugnen, sie hat mir einen hohen Eindruck von Aeschylus gemacht, wie viel auch von seinem Geist mag verloren gegangen seyn. Jetzt höre ich, wird Jacobs in Gotha den ganzen Aeschylus in deutscher Uebersetzung liefern.

   Es ist jetzt ein so kläglicher Zustand in der ganzen Poesie der Deutschen und Ausländer, daß alle Liebe und aller Glaube dazu gehört, um noch an ein Weiterstreben zu denken, und auf eine bessere Zeit zu hoffen. An ein Zusammenhalten zu einem guten Zweck ist nicht zu denken, jeder steht für sich, und muß sich seiner Haut, wie im Naturstande, wehren.

   Leider ist Italien und Rom besonders kein Land für mich, das Physische des Zustandes würde mich drücken und das ästhetische Interesse mir keinen Ersatz geben, weil mir das Interesse und der Sinn für die bildenden Künste fehlt. Si selbst, mein Freund, würden es, ohne bestimmte Berufsgeschäfte, schwerlich lange in Italien aushalten.

   Es ist eigen, wie wir seit dem Jahre 1794 und 1795, wo wir in Jena zusammen philosophirten, und uns durch eine Geistesreibung elektrisirten, aus einander verschlagen worden sind: jene Zeiten werden mir ewig unvergeßlich seyn, und ob ich mich gleich in dieser Zeit in die erfreulichere poetische Thätigkeit versetzt habe, und mich im Ganzen auch körperlich gesünder fühle, so kann ich Ihnen doch versichern, theurer Freund, daß Sie mir fehlen, und daß ich mich aus Mangel einer solchen Geistesberührung, als damals zwischen uns war, um so viel älter geworden fühle. 3te März. Dieser Brief hat eine schwermüthige Stimmung, ich thäte vielleicht besser, ihn nicht abzusenden, aber er wird Ihnen doch mein Andenken zurückbringen, und mich in Ihre Mitte versetzen. Lolo wird das Weitere von unsern Zuständen schreiben. Sie werden gelacht haben, da Sie von unserer Standeserhöhung hörten; es war ein Einfall von unserem Herzog, und da es geschehen ist, so kann ich es um der Lolo und der Kinder willen mir auch gefallen lassen.

   Reinhardt habe ich ein paar Zeilen geschrieben, die ich ihm zuzustellen bitte, und bitte Sie, Graß in meinem Namen zu grüßen, auch Fernow, den ich mich sehr freue bald in unserer Nähe zu wissen.

   Die gute Caroline möge mich nicht vergessen! Und Sie, theurer Freund, erhalten mir Ihre Liebe. Ihr

Sch.              

Ü   Þ

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