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               18.8.1803 an Humboldt
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               12.9.1803 an Humboldt
               22.10.1803 an Schiller
               2.4.1805 an Humboldt

VI.

Jena, den 22 September 1794.              

   Verzeihen Sie, lieber Freund, daß Sie erst heute einen Brief von mir erhalten. Für den Inhalt werden Sie indeß dabei gewinnen. Wenigstens habe ich gestern allerlei Neuigkeiten eingesammelt. Die schlimmste von allen ist nun zwar die, daß unser kleiner Junge nun wohl gewiß die Blattern nicht bekommt. Stark und Hufelan, die ihn beide gestern gesehen, kamen darin überein, daß so gut als gar keine Hoffnung vorhanden sey, obgleich die absolute Unmöglichkeit erst mit Mittwoch etwa eintritt. Auf alle Fälle aber glaube ich, könnte die arme Lolo sicher mit Ende dieser oder dem Anfang künftiger Woche wieder herkommen; denn jene Möglichkeit ist, wie gesagt, äußerst klein. Dennoch sollen Sie bis Donnerstag mündliche oder schriftliche Nachricht durch mich erhalten. - Freitag, als den Tag meiner Ankunft von W., habe ich mich ganz ruhig zu Hause verhalten. Sonntag früh besuchte ich Woltmann und Fichte. Bei dem Ersteren fand ich eine reiche Erndte, von der ich nur wenig Aehren lesen will. Zuerst versicherte er, mich und Sie oft fruchtlos besucht zu haben, und thut wenigstens, als wüßte er nichts von Ihrem Musenalmanach. Dagegen hat er mir gesagt, daß nicht Reinhard, sondern Gotter und Dietrich wegen Fortsetzung des Bürgerschen contrahirt habe und finde darin den Grund von seinem Stillschweigen auf den Antrag der Horen. Die Staufen erhalten Sie nicht. Althof in Göttignen hat für gut befunden, sie mit mehreren anderen Sachen zum Besten des hinterlassenen Bürgerschen Sohnes drucken zu lassen. W. sagt freilich, daß das Geschenk ein wenig groß sey, indeß hätte er nichts mehr machen können. Dafür arbeitet er jetzt die Geschichte der Gracchen aus, und denkt, sie im Laufe des Octobers gewiß zu vollenden. Sie werden etwa vier Bogen betragen. Wenn er diesen Gegenstand mit viel Politik umgibt, kann er interessant werden, indeß ist dieß bei dem Grundgesetz der Horen nur mit Feinheit und Behutsamkeit thunlich. Gelegentlich hörte ich auch, daß Bürger noch Gedichte von ihm gehabt hat. Diese läßt er sich jetzt aber zurückschicken, und ich zweifle nicht, daß er Sie gerne damit bereichern wird. Mit Fichte habe ich interessant gesprochen, sehr viel auch über Sie. Er erwartet von Ihnen sehr viel für die Philosophie. Sie hätten, sagte er, jetzt Ihr speculatives Nachdenken fast nach allen Seiten hin gerichtet. Das Einzige, was noch mangle, sey Einheit. Diese Einheit sey zwar in Ihrem Gefühl, aber noch nicht in Ihrem System. Kämen Sie dahin, und dieß hinge allein von Ihnen ab, so wäre von keinem anderen Kopf so viel und schlechterdings eine neue Epoche zu erwarten. Auch Goethe wünschte er für die Speculation zu gewinnen. Sein Gefühl leite ihn zu richtig. „Neulich, furh er fort, hat er mir mein System so bündig und klar dargelegt, daß ich’s selbst nicht klarer hätte darstellen können.“ Sie kennen diese Manier. Ihre Mathisson’sche Recension hat er gelesen, aber in den Ferien wird er sie studiren (dieser Strich bedeutet den Ton, mit dem er es sagte). Der D. Weißhuhn aus Schönrode, stellen Sie sich vor, ist schon seit vier Wochen hier, und wir wissen es nicht. Er soll, wie mir Fichte sagte, erst etwas schreiben, das Ihnen vorgelegt werden und ihn zu einem Mitarbeiter an den Horen legitimiren soll. Mir hat er einen Band Sinngedichte von ihm mitgegeben, denen ich den Geschmack nicht abgewinnen kann, d.h. den besten, denn die ganz scheußlichen erwähne ich nicht.

H.              

Ü   Þ

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