Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1798

Friedrich Schiller an Wolfgang von Goethe.

Jena d 14. März [Mittwoch] 98.

Da heute noch eine Post geht, so sende die französ. Sachen gleich mit.

Der Discours über Herrmann und Dorothea gefällt mir doch gar nicht übel, und wenn ich wüßte daß er von einem recht leibhaften Franzosen herrührte, so könnte mich diese Empfänglichkeit für das Deutsche des Stoffes und das Homerische der Form erfreuen und rühren.

Mounier erscheint in seinem Briefe, so wie ich ihn erwartete, als der ruhig beschränkte und menschliche Repräsentant des gemeinen Verstandes, mit dem man da er wirklich ohne Arges ist und das gar nicht ahndet worauf es ankommt gar nicht hadern mag. Die Instanz am Ende, daß es ein Unglück wäre, wenn ein Dorfrichter die Moral eines Kant bekennte und darnach handelte, ist auch wirklich alles, was ich, umgekehrterweise, dem Mounier zur Abfertigung sagen würde.

Leben Sie recht wohl. Ich freue mich zu hören, daß Sie mit der Ansicht Ihres Kaufs so zufrieden sind, und daß Sie die Hände nun frey haben um wieder etwas für Sich Selbst vorzunehmen.

Mein Kommen kann ich darum nicht wohl bestimmt annoncieren, weil alles von dem Schlaf der vorhergehenden Nacht abhängt. Leben Sie recht wohl.

S.


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1 Zu S. 360. Z. 10. Die französischen Sachen sind einige französische Blätter, der Décade philosophique wie Düntzer anmerkt, die Goethe geschickt hatte. Zu S. 12. Der Discours war, wie Goethe wußte, von einem Deutschen. (Etwa von Böttiger? Vgl. Goethe an Sch. vom 28. Febr. 1798.) Zu Z. 26. Goethe hatte sein Gut in Oberroßla erst nach dem Ankauf besichtigt.

 
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