Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1796

Friedrich Schiller an Wolfgang von Goethe.

[Jena, den 27. Januar Mittwoch 1796.]

Sie haben mich mit dem reichen Vorrath von Xenien, den Sie geschickt haben, recht angenehm überrascht. Die den Newton betreffen, werden Sie zwar, auch durch den Stoff, kenntlich machen, aber bey dieser gelehrten Streitsache, die niemand Lebenden namentlich betrift, hat dieses auch nichts zu sagen. Die angestrichenen haben uns am meisten erfreut.

Denken Sie darauf, Reichardten unsern soidisant Freund mit einigen Xenien zu beehren. Ich lese eben eine Recension der Horen in seinem Journal Deutschland, welches Unger ediert, wo er sich über die Unterhaltungen und auch noch andre Aufsätze schrecklich emancipiert hat. Der Aufsatz von Fichte und Woltmann sind beyde in einem weitläuftigen Auszug mitgetheilt, und als musterhaft aufgestellt. Das 5te Stück (das schlechteste von allen) ist als das interessanteste vorgestellt, Voßens Gedichte, der Rhodische Genius von Humboldt sehr herausgestrichen und was des Zeuges mehr ist. Es ist durchaus mit einem nicht genug verhehlten Inngrimm geschrieben. Als das wichtigste Werk der neuern deutschen Litteratur wird Heinses musikalischer Roman weitläuftig, doch hab ich nicht gelesen wie? beurtheilt.

Wir müssen Reichardt, der uns so ohne allen Grund und Schonung angreift, auch in den Horen, bitter verfolgen.

Hier wieder einige Pfähle ins Fleisch unserer Collegen. Wählen Sie darunter was Ihnen ansteht.

Leben Sie recht wohl. Meine Frau empfiehlt sich aufs beßte.

Sch.


Bemerkungen

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Abgesandt nach K. am 27. Jan. u. 1. Febr.
1 Zu S. 401. Z. 13. Die Festivität war die sogenannte Geburtstagsredoute. Vgl. zu Nr. 764. Es war ein Maskenzug mit Versen vom Geheimerat Voigt (abgedruckt in Weimars Album 1840).
2 Zu Z. 18. Goethe hatte geschrieben, daß in einem Briefe Meyers an die Herzogin Amalia eine lustige Stelle stehe über Künstler, die Kantische Ideen in allegorischen Bildern darstellten. Vgl. Erich Schmidt und Suphan zu Xenie 391: Raum und Zeit hat man wirklich gemahlt etc.

 
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