Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Christian Gottfried Schütz.

Jena, 28. Decemb. [Montag] 1795.

Theurer Freund! Ich sende Ihnen hier einen Theil des letzten Horenstücks, der einen Aufsatz von mir: die sentimentalischen Dichter enthält. Von meiner Seite ist dieser Aufsatz vermuthlich der wichtigste im ganzen Jahrgang, und der auch aus Gründen, die Sie beim Lesen bald finden werden, nicht still durch das Publikum laufen wird. Die Urtheile, welche ich darin über viele unserer vaterländischen Dichter fälle, sind vielleicht nicht immer die Ihrigen; ich habe aber keine Silbe, ohne starke Gründe zu haben, niedergeschrieben, und bin daher entschlossen, nicht zu schweigen, wenn mir widersprochen wird. Da ich aber die Wahrheit meiner Urtheile nur auf Unkosten der Autoren, welche sie betreffen, erhärten kann, so wünsche ich, nicht dazu aufgefordert zu werden.

Es sind in diesem Aufsatz noch einige andere Materien berührt, die Sie selbst einmal wünschten, von mir in näheres Licht gesetzt zu sehen, wie z. B. der Unterschied zwischen Individualität und Idealität u. s. f. Auch über die Moralität der Göthischen Elegieen ist eine Erklärung darin zu finden.

Vielleicht sagen Sie auch ein Wort über die in diesem Stücke befindlichen Gedichte, daher ich auch die Namen der Verfasser beigeschrieben.

Archenholzens Aufsatz will ich Ihnen in etlichen Tagen, mit wenigen Worten angezeigt und recensiert zusenden.

Vale faveque Tuo u. s. w.

 
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