Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Friedrich Cotta.

Jena den 21. Dec. [Montag] 95.

Ich muß Sie bitten, lieber Freund, die Güte zu haben, an meine Schwägerin die Legationsräthinn von Wolzogen gegen eine Assignation die sie Ihnen von mir präsentieren wird, hundert und vier und zwanzig Stück Laubthaler auf meine Rechnung zu bezahlen, weil ich die Unkosten des Transports von hier aus gerne ersparen wollte. Ich habe unterdessen mehrere Posten in den Horen, die nicht wohl warten konnten, abgetragen und auf einen sehr schätzbaren Aufsatz für das nächste Jahr, um ihn einem andern Journal, für das er bestimmt war, wegzufangen 20 Ldors vorausbezahlt. So helfen wir einander aus, so gut wir können. Es würde gut seyn, auch Engeln zu bezahlen, um seinen Fleiß anzufrischen. Ich habe es auch in meinem Brief an ihn berührt, und werde Ihnen Nachricht geben, was er darauf antwortet.

Daß zur Zeit Ihres letztern Briefs an mich noch nichts von den Horen scheint abbestellt worden zu seyn, giebt mir Hofnung, daß der Abstellung doch nicht zu viele seyn werden. Man würde sonst früher dazu thun. Schreiben Sie mir ja was diesen Artikel betrifft, alles recht bald.

Auch bitte ich mir den ersten Bogen der von dem 1ten Stück des 2ten Jahrgangs fertig wird, einen Abdruck zuzusenden, daß ich sehe, wie der neue Druck etc. ausfällt, und einigen andern communiciere.

Ich denke nicht, daß Sie mit der Fichtischen Schrift übel fahren werden, und Sie haben recht gethan, zuzugreifen. Mein Wink im vorigen Jahre betraf eine andere Anerbietung. Sie werden bey dieser Gelegenheit auch wieder am beßten zu Ihrem Vorschuß kommen, der zwar immer sicher war, aber doch sonst noch eine Zeitlang hätte unbezahlt bleiben können, weil Fichte für die Horen nicht viel liefern möchte.

Was von kleinen Gedichtgen noch übrig wäre können Sie im 1. Stück des neuen Jahrs auf den letzten Seiten und zwar hinter einander abdrucken lassen: Doch dieses nur in dem Fall, daß der 7te Bogen nicht ohne das voll wird. Sollte aber der letzte Aufsatz des neuen Stücks, welcher von mir seyn wird, auf den 7ten Bogen nicht geendigt werden können, so müßten Sie freilich einige Blätter darüber daran wenden, weil er unmöglich abzubrechen ist, und in diesem Fall können Sie dann auch vollends die kleinen Sachen darauf abdrucken lassen.

Es ist insofern nicht ganz schlimm, wenn wir im ersten neuen Stück etwas über 7 Bogen geben müßten, weil das Publikum, welches nie zufrieden ist, gegen den weiteren Druck alsdann weniger einzuwenden haben könnte. Doch hängt dieses ganz von dem Manuscript ab, dessen Schluß ich vor 14 Tagen nicht wohl senden kann.

Leben Sie recht wohl und steuern Sie mit glücklichem Winde in das Neue Jahr hinein.

Schiller.


Bemerkungen

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Empfangs- und Beantwortungsvermerk:
31. Dez. 1795.
1. Jan. 1796.

1 Zu S. 359. Z. 11. Sch. hatte an Knebel 20 Ldors. Für die Übersetzung der Properzischen Elegien vorausgezahlt. Vgl. Goethe an Sch. vom 21. Nov. u. Nr. 955. Daß Knebel die Elegien erst in einer andern Zeitschrift hatte veröffentlichen lassen wollen, könnte Sch. von Meyer erfahren haben. Vgl. Sch. an Goethe d. 2. Okt. 1795.
2 Zu Z. 27. Von einer Warnung vor dem Verlage einer Fichteschen Schrift im vorigen Jahre (1794) weiß ich nichts. Ich beziehe diese Stelle auf Schs. Warnung in Nr. 868. Vgl. Fichte an Cotta, Schillers Brfw. m. C. S. 134.

 
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