Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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            1795

Friedrich Schiller an Gottfried Körner.

Den 16. Nov. [Montag. 1795.]

Ich habe Deinen letzten Brief Goethe, der eine Zeitlang hier war, gewiesen und ihn sehr damit erfreut. Denn außer Deinem Urtheil über das Mährchen und den Meister interessirte ihn auch, was Du von Stein und seiner Erziehung sagtest. Goethe hat ihn eigentlich ganz erzogen, und sich dabei vorgesetzt, ihn recht objectiv zu machen. Auch mir ist Stein immer eine sehr wohlthätige Natur gewesen, und er hat mich zuweilen ordentlich mit dem, was man Genialität nennt, entzweiet, weil er, ohne eine Spur davon, so gut und so schätzbar ist. Freilich würden solche Menschen die Welt nur erhalten können, wo sie ist, aber sie nicht weiter bringen.

Daß Dir zu Deinem Aufsatze die Muße fehlt, thut mir sehr leid. Gern hätte ich ihn noch dieses Jahr in den Horen aufgeführt. Du hast mir nicht geschrieben, wovon er eigentlich handelt, und ob Du noch die Idee mit der Tanzkunst ausführst.

Der Musenalmanach wird hoffentlich in acht Tagen ausgegeben werden können. Sobald ich ein Exemplar erhalte, erhältst Du es.

Herzliche Grüße an die Frauen von uns beiden.

Dein

Sch.

 
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