Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Friedrich Cotta.

[Jena] den 16. Nov. [Montag] 95.

Es mag also bey der Fortsetzung der Horen bleiben, und an mir soll es nicht fehlen, für die Popularität der Materien und Darstellungsarten alles zu thun, was vernünftiger Weise erwartet werden kann. So schwere Sachen wie meine aesthetischen Briefe kommen ohnehin nicht mehr vor und vor so dunkelgeschriebenen, wie man sagt daß die Humboldtischen Aufsätze seyen, sollen Sie künftig auch nichts mehr zu besorgen haben. Ich werde nach und nach schon Mitarbeiter auftreten lassen, die dem Publikum gefallen, wenn sie gleich mir sehr fatal seyn sollten.

Es wäre mir freilich lieber gewesen, wenn Sie eine etwas weniger länglichte, und leichtere Schrift hätten finden können als die in dem Probeblatt befindliche ist, welche soviel ich vergleichen kann, eins mit der bißherigen ist. Diejenige Schrift womit das:

Freunden und Freundinnen

auf dem Titelblatt der Flora gedruckt ist würde sich als Textschrift am beßten ausnehmen. Die Notenschrift der Horen ist zu klein, um zum Text genommen zu werden. Noch ist zu erinnern, daß auf den Probeblättern das Verhältniß der Länge zur Breite zu groß und eine Zeile zu viel ist. Wenn Sie oben erwähnte Schrift, auf dem Titelblatt der Flora nehmen und 27 Zeilen auf die Seite rechnen, so wird es gut ins Auge fallen. Daß die Aufschriften der einzelnen Aufsätze oben stehen, wie auf dem Probeblatt und durch einen Strich von dem Text geschieden sind, ist gut. Auch das Papier, welches Sie zu diesem Probeblatt genommen, nimmt sich gut aus.

Das Innere des Umschlags können Sie überdrucken lassen soviel Sie wollen.

Engel hat die Fortsetzung des Lorenz Stark als gewiß versprochen.

Vom Göthischen Mährchen wird das Publikum noch mehr erfahren. Der Schlüssel ligt im Mährchen selbst.

Vom Xten Stück seyen Sie so gut mir noch ein Exemplar auf Postpapier zu schicken. Eins darunter war zu übel conditioniert.

Vom XI. senden Sie noch eins über die gewöhnliche Zahl für den Verfasser der Briefe über Poesie etc.

Leben Sie wohl und geben Sie mir bald gute Nachricht von unsrer Angelegenheit.

Innlage bittet Michaelis dem XII Horenstück beyfügen zu lassen.


Bemerkungen

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Empfangs- und Beantwortungsvermerk:
25. Nov.
25.-26. Nov.

1 Zu S. 321. Z. 20. Der Verfasser der Briefe über Poesie war W. Schlegel.

 
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