Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Gottfried Herder.

Jena den 3. October [Sonnabend] 95.

Für die schönen Stücke zu den „Horen“ küsse ich Ihnen die Hand. Meine Lieblinge darunter sind Amor und Psyche, Gesang des Lebens, Epigramme, Leukotheas Binde, Homer. Wie dank ich es Ihnen, mein innig verehrter Freund, daß Sie Sich unsrer Sache so gütig annehmen.

Wenn Sie Körnern bloß einiges Dilettantenverdienst um den „Tanz“ zugestehen, so wird er zufrieden seyn. Den Gedanken in diesem Gedicht musikalisch auszudrücken, erfordert, da die Macht der Musik gewissermaßen der Gegenstand desselben ist den ganzen Tonkünstler. Meine Instigationen, hoffe ich, sollen wenig Einfluß darauf gehabt haben, da mich Körner als einen vollkommenen Laien im Musikfache kennt. Auch habe ich bloß den Wunsch gegen ihn geäußert, daß die Idee eines Tanzes in der Composition möchte beibehalten werden, was ich auch noch jetzt für nothwendig halte.

Hier folgt das 9. Stück. Hoffentlich werden wir mit demselben Ehre bei dem Publikum einlegen. Ich bin ungeduldig zu erfahren, wie Sie mit Natur und Schule zufrieden seyn werden. Schwarzburg ist von Frau Mereau. Die acht kleinen Stücke sind von mir.

Knebels Elegien sollen mir sehr willkommen seyn. Seine Uebersetzung des Lucrez im „Merkur“ hat mir eine sehr günstige Meinung von seinem Berufe zu dergleichen Arbeiten beigebracht.

Noch hoffe ich Ihnen ein größeres Gedicht von mir nebst noch etlichen Kleinigkeiten mit überschicken zu können. Möchte die Elegie Ihren Beifall haben.

 
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