Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Gottfried Körner.

Jena, den 25. Sept. [Freitag] 95.

Ich vergaß neulich Dich zu bitten, mir die Elegie nebst den übrigen Gedichten zurückzusenden. Thue das mit erster Post. Hier sind noch einige Kleinigkeiten für den Almanach, weil ich ihm etwas genommen hatte. Ich wollte mich noch in einem andern griechischen Sylbenmaße versuchen. Vielleicht qualificirt sich diese Kleinigkeit zur musikalischen Composition. Die Stanzen an die Leser sollen den Almanach, den mein Gedicht: die Macht des Gesanges eröffnet, beschließen, und den Leser auf eine freundliche Art verabschieden.

Für die Horen hat Engel einen großen Aufsatz (Lorenz Stark. Ein Charaktergemälde) gesandt. Dieser, nebst einem ziemlich großen Mährchen von Goethe, einer Abhandlung Herders über Ossian und meiner Elegie, wird das zehnte Horenstück ausmachen. Für das eilfte rechne ich auf Dich, und wo möglich in 2 Aufsätzen: über Tanzkunst und über lyrische Poesie. Wenn beide zusammen auch nur 10 bis 12 Blatt enthalten, so bin ich zufrieden.

Lebe wohl. Herzliche Grüße an die Frauen. Mich freut sehr, daß meine Frauenwürde bei ihnen Glück gemacht.

              Dein

S.


Bemerkungen

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1 Zu S. 274. Z. 21. Körner hatte das Reich der Schatten eine philosophische Ode genannt und bemerkt, in dieser Gattung sei Sch. einzig.
2 Zu S. 275. Z. 8. Die Kleinigkeit war das Gedicht: Der Abend.
3 Zu Z. 17. Beide Aufsätze wurden nicht ausgeführt.

 
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