Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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            1795

Friedrich Schiller an Wolfgang von Goethe.

Jena den 13. Sept. [Sonntag] 95.

Nur ein kleines Lebenszeichen. Ich kann mich gar nicht daran gewöhnen, Ihnen 8 Tage nichts zu sagen und nichts von Ihnen zu hören.

Sonst ist hier bey mir alles in altem guten und schlechten Stand. Aus dem Zimmer kann ich noch immer nicht, aber die Arbeiten gehen darum doch ihren Gang. Sie denke ich mir jetzt sehr mit Meyers Instruction beschäftigt, der wahrscheinlich bald abreist. Grüßen Sie ihn aufs beßte von mir.

Ich wünschte zu wissen, ob es bey Vicenza ist, wo die schöne Brücke mit Einem Bogen (über die Etsch, wie ich denke) geführt ist. Schreiben Sie mir doch ein Wort darüber. Ich brauche diese Brücke zu einem Hexameter.

Wenn Sie Sich nur entschließen wollten, für die 3 letzten Horenstücke noch ein Almosen von einem Dutzend Epigramme oder ähnlicher poetischen kleinen Sachen beyzusteuern. Ich will auch Herdern darum ersuchen, und selbst einige Gedanken dafür zu ertappen suchen. Solche kleine Sachen vermehren auf eine wohlfeile Art die Zahl, erfreuen dabey jeden Leser, und prangen auf dem Inhalts-Verzeichniß der Stücke so gut als die größten Sachen. Dadurch habe ich es gezwungen, daß das 9te Stück 17 Artikel enthält.

In dem neuesten Stück des Archivs der Zeit findet sich eine Replique auf Ihren Aufsatz: Litt: Sans Culottism. Ich habe sie aber noch nicht gelesen, nur bloß die Anzeige davon in der Hamburger Zeitung. Sollten Sie das Stück in Weimar bald erhalten, so seyen Sie doch so gütig es mir mitzutheilen.

Der Almanach kommt noch zu Stande, und wird gerade jetzt unter dem Druck seyn. Humboldt wird nun in 3 Wochen wieder hier seyn, wenn nichts dazwischen kommt.

Mein Frau grüßt Sie beßtens. Seyen Sie nicht zu fleißig, und bleiben Sie auch nicht zu lang von Jena weg.

Sch.

Neuntes Stück.

1) Reich der Schatten.
2) Beiträge zur Geschichte der neuern bildenden Kunst.
3) Unterhaltungen. Fortsetzung.
4) Hymne auf Apollo.
5) Schwarzburg. Gedicht von Madame Mereau.
6) Herders Homer.
7) Natur und Schule, von mir.
8) Verschleiertes Bild, item.
9) Über die nothwendigen Grenzen des Schönen, besonders im Vortrag philosophischer Wahrheiten. Abhandlung von mir.
10) Deutsche Treue. ü
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Gedichte von mir.
11) An einen Weltverbesserer.
12) Antike an einen Wanderer.
13) Der philosophische Egoist.
14) Das Höchste.
15) Weisheit und Klugheit.
16) Ilias.
17) Unsterblichkei
 

Bemerkungen

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1 Zu S. 264. Z. 24. Über die Entgegnung auf Goethes Aufsatz: Litt. Sansculottism. vgl. Düntzer, Schiller und Goethe, S. 84.
2 Zu S. 265. Z. 4. Vgl. zu Nr. 905.

 
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