Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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   Literatur
      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Gottfried Körner.

Jena den 11. Sept. [Freitag] 95.

Hier wieder eine Handvoll Poesien. Ich bin neugierig zu hören, wie die Würde der Frauen gefällt. Die nächste Post bringt Dir den Rest.

Aller Wahrscheinlichkeit nach kommt der Almanach nicht mehr zu Stande, und zwar durch die Schuld des Verlegers. Schon vor 6 Wochen habe ich den ersten Transport des Manuscripts abgegeben, und noch in diesem Augenblick ist nicht einmal das Papier dazu bestellt, auch noch keine Abrede mit dem Buchdrucker genommen. Diese unerhörte Nachlässigkeit ist um so befremdender, da mich der Verleger schon längst für die Redaction aus freien Stücken bezahlt hat. Aber ich gebe ihm diese Woche sein Geld zurück und cassire den Almanach, dessen größter Theil mir für die Horen höchst willkommen ist. Der Verleger ist neu, und wollte noch dazu mit dem Almanach in der Welt debütiren. Wahrscheinlich hat er kein Geld; denn er bezahlte hier, wo er gegen 1000 Gulden schuldig ist, außer mir niemand, und antwortet auf keinen Brief1.

Nächstes Jahr wird Cotta den Almanach desto besser executiren.

               Dein

Sch.


1) Nach einem ungedruckten Briefe von W. v. Humboldt an Schiller, Berlin 8. Sept. 1795, war Michaelis völlig unschuldig, da er 1000 Thlr. einem Geschäftstheilhaber in Strelitz zur Besorgung an Friedländer in Berlin übergab, der denselben in Jena zahlen lassen sollte. Michaelis verreiste. Jener Theilnehmer forderte auf den Postschein das bereits zur Beförderung an die Post gelieferte Geld zurück und verschwendete es, hielt alle Briefe zurück. Michaelis erfuhr alles erst nach seiner Zurückkunft, deckte den Schaden u. s. w. ­


Bemerkungen

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S. 262. Als Z. 27 ist nach MDM. einzuschalten: Adieu. Herzliche Grüße an die Frauen.
1 Zu S. 262. Z. 12. Der Verleger Michaelis war von seinem Geschäftsführer betrogen und seine Briefe waren unterschlagen worden.

 
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