Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Gottfried Körner.

Jena den 3. Aug. [Montag] 95.

Dein Stillschweigen läßt mich vermuthen, daß Du sehr fleißig bist, und mich nächster Tage mit einem großen Paquet Mscrpt überraschen wirst. Es soll eine herzliche Aufnahme finden.

Bald kann ich Dir einen Echantillon meiner neuen Poesie vorlegen. Leider hinderte mich meine mehr als je unterbrochene Gesundheit, die gute Stimmung, in der ich wirklich öfters zum Poesieren war, gehörig zu benutzen. Indeß ist doch etwas geschehen, was mir fürs künftige Vertrauen giebt. Ich habe mich zwar, da meine Zeit für diese Arbeit zu strenge bestimmt war, nicht auf das weite Meer gewagt, sondern bin am Ufer der Philosophie herum gefahren; doch ist dadurch wenigstens der Übergang zu einer freyern Erfindung gemacht.

Aller Wahrscheinlichkeit nach bleibe ich den Rest dieses Jahres, vielleicht noch den ganzen Winter im poetischen Felde.

Hier die Horen. 1 Exemplar bist du so gut an Schlegeln zu geben.

Goethen erwarte ich heute vom Karlsbad zurück. Humboldt läßt grüßen.

Bey mir ist alles wohl, und meine Frau grüßt herzlich. Lebe wohl und lass bald etwas von Dir hören.

               Dein

Sch.

 
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