Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Wolfgang von Goethe.

Jena den 19. Jun. [Freitag] 95.

Hier folgt das Mscrpt von Meyern, nebst meinem besten Gruß. Daß ich sobald etwas von ihm zu erwarten habe, ist mir sehr tröstlich. Wenn es ihm indessen bloß an Zeit fehlt, um noch den Mantegna folgen zu lassen, so kann ich ihm diese vielleicht geben, da ich von Freund Fichte einen Aufsatz erwarte, und nun auf die Unterhaltungen sicher rechnen darf. Nächsten Montag kann ich bestimmter wissen, wie ich daran bin.

Daß Sie meine Erinnerungen das Vte Buch d. Romans betreffend Ihrer Aufmerksamkeit werth achten, freut mich und giebt mir neuen Muth. Ich fühle indessen mit der Liebe, die ich für dieses Werk Ihres Geistes hege, auch alle Eifersucht wegen des Eindrucks den es auf andere macht, und ich möchte mit dem nicht gut Freund seyn, der es nicht zu schätzen wüßte.

Aus welchem Tollhause Sie das vortreffliche fragment mögen aufgegriffen haben, weiß ich nicht, aber nur ein Verrückter kann so schreiben. Freund Obereit könnte es wohl geschrieben haben, doch zweifle ich daran. Es hat mir vielen Spaß gemacht.

Gleich geht die Post. Ich freue mich sehr darauf, Sie bald wieder zu sehen.

Sch.


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1 Zu S. 190. Z. 16. Goethe hatte in X. gebeten, Sch. möge die Einleitung zu Meiers Aufsatz: Beiträge zur Geschichte der neuen bildenden Kunst (9. Stück der Horen 1795) zurückschicken; neues Manuskript stehe dann in naher Aussicht.
2 Zu Z. 20. Vgl. Nr. 867.
3 Zu Z. 23. Vgl. Nr. 863.
4 Zu Z. 29. Das Fragment, das Goethe in X. übersandt hatte, weiß ich nicht zu deuten.
5 Zu S. 191. Z. 4. Goethe kam d. 29. Juni.

 
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